Richard Stallmann verschmäht Bitcoins und will neues Bezahlsystem

26. November 2018, 16:57
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GNU-Guru Richard Stallmann liebt bekanntlich Freie Software und ethische Normen.

GNU-Guru Richard Stallmann liebt bekanntlich Freie Software und ethische Normen. Aber er mag Bitcoins nicht, wie er kürzlich der Crypto-News-Plattform 'Coindesk' erklärte. Das GNU-Projekt arbeitet wohl auch deshalb an einem digitalen Zahlungssystem namens Taler.
Das grösste Bedenken von Stallmann: Bitcoin habe eine zu schwache Sicherung der Privatsphäre. Stallmann sagt: "Was ich mir wirklich wünsche, ist anonym in verschiedenen Geschäften einzukaufen, leider wäre dies für mich mit Bitcoin nicht möglich". Die Verwendung einer Krypto-Börse würde letztlich der Regierung ermöglichen, ihn zu identifizieren.
Darum wird unter dem GNU-Dach eine Alternative entwickelt, die dies verunmöglichen soll. Zugleich soll das System aber den Staat nicht einfach umgehen, sondern etwa Geldwäsche verhindern. Zahlungen sollen darum über offen zentralisierte Börsen abgewickelt werden und nicht mittels eines Peer-to-peer-Netzwerks.
Denn Stallmann bricht mit dem libertären (im amerikanischen Sinne) Mythos, dass der Staat einfach nur schlecht sei. Die Privatsphäre im Taler-System soll daher auf die Benutzer beschränkt werden, die ihr digitales Geld ausgeben. Taler hält die Identität der Käufer geheim, auch gegenüber den Verkäufern, verspricht man auf der Website des Projekts.
Das System mache aber das Einkommen von Verkäufern den Steuerbehörden einsehbar und sei so aus Prinzip nicht für illegale Geschäfte geeignet. So sei neben dem Einkommen auch der digitale Kaufvertrag (ohne private Daten der Käufer) transparent.
GNU verspricht weitere Sicherheiten: Taler bleibe als GNU-Package immer freie Software. Es biete Protokolle und Referenzanwendungen, die prinzipiell für alle möglichen Bezahlsysteme von Einzelpersonen, Organisationen und sogar ganzen Staaten geeignet seien.
Eine Konkurrenz zum Bitcoin soll damit aber nicht aus der Taufe gehoben werden. Taler ist keine Währung und es basiert nicht auf der Blockchain. Über das Zahlungssystem sollen letztlich Zentralbankwährungen aber auch Krypto-Währungen transferiert werden können.
Derzeit befände sich Taler in Gesprächen mit europäischen Banken, um die Verbindung zum Taler-System herzustellen, schreibt 'Coindesk'. Auf der Website des Projekts wird der Release des Systems noch auf 2018 datiert. Ein Beteiligter erklärt nun aber, dass der Termin vom Stand der Verhandlungen mit den Banken abhänge – und diese seien nicht unbedingt einfach abzuschliessen. (ts)

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