SAP-Markt Schweiz: Noch viel R/3 "da draussen"

17. August 2009, 14:54
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NetWeaver wird noch nicht als Plattform für den Bau von Service-orientierten Architekturen eingesetzt.

NetWeaver wird noch nicht als Plattform für den Bau von Service-orientierten Architekturen eingesetzt.
Die "alte" SAP-Version R/3 ist in der Schweiz noch weit verbreitet. Beeindruckende 63 Prozent der Schweizer SAP-Anwender haben - zum Teil allerdings nur teilweise - noch R/3 im Einsatz. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe der Studie "SAP-Markt Schweiz, Status und Potenziale" von RAAD Research (siehe unten) hervor. Immerhin 61 Prozent der Befragten haben auch neuere SAP-Komponenten (SAP ERP) im Einsatz, es gibt also offenbar weitherum eine Koexistenz zwischen älteren und neueren Komponenten. RAAD weiss es sogar genau: 30 Prozent der Schweizer Anwender fahren gleichzeitig SAP ERP und R/3 produktiv. Vergleichsweise wenige (22 %) setzen auf "SAP Business Suite", das Komplettpaket aus den verschiedensten Modulen.
"SOA" in weiter Ferne
SAP propagiert seit Jahr und Tag 'NetWeaver' als Technologie-Plattform der Zukunft, mit der Anwender Service-orientierte Architekturen aufbauen sollen. Die Umfrage von RAAD zeigt nun aber, dass 'NetWeaver' in der Schweiz zwar weitherum installiert ist, aber noch ganz selten für den Bau von hypermodernen SOA-Umgebungen benützt wird. Bei 63 Prozent der Schweizer SAP-Anwender ist 'NetWeaver' zwar in der einen oder anderen Form vorhanden. Doch 29 Prozent dieser Anwender nutzen die Plattform nur als "Betriebsumgebung" (wie RAAD sich ausdrückt) für SAP ERP. Ähnlich viele nützen 'NetWeaver' auch produktiv - etwa, um andere Systeme an SAP anzubinden oder um Portale zu bauen. (Siehe Grafik oben.)
RAAD schlüsselt die Verwendung von NetWeaver nach ihrem Zweck genau auf. 21 Prozent der Schweizer SAP-Kunden benützen 'NetWeaver' für Business Intelligence, 19 Prozent für den Bau von Portalen und 18 Prozent als Middleware für die Integration in andere Lösungen. Niemand (0 Prozent) baut aktuell mobile Lösungen mit 'NetWeaver', ebenfalls niemand (0 Prozent) benützt die Plattform für "Enterprise SOA", respektive als "Business Process Platform", und fast niemand (1 Prozent) benützt NetWeaver für den ERP-Dauerbrenner "Master Data Mangement".
Ein Viertel will investieren
Sehr interessant sind die Aussgen der SAP-Anwender bezüglich ihren Investitionsplänen. Immerhin ein Viertel (24 Prozent) der Schweizer SAP-Anwender will 2009 / 2010 in SAP-Software investieren. Die meisten davon wollen aber in ERP-Migrationen investieren, also nicht primär neue Funktionalitäten erwerben. SAP ERP 6.0 wird damit noch im laufenden Jahr, falls die Pläne wirklich umgesetzt werden, die weitaus am häufigsten eingesetzte Version der Geschäftsapplikationen aus Walldorf.
Die Studie
Der deutsche Marktforscher RAAD Research befragt zweimal jährlich SAP-Anwender in der Schweiz und gewinnt so ein recht genaues Bild zum Einsatz der verschiedenen Komponenten und Plattformen des in der Schweiz dominanten Business-Software-Herstellers. Die neueste Untersuchung beruht auf der Befragung von 250 Unternehmen von März bis April 2009. Ein Viertel der befragten Unternehmen hat weniger als 100 Mitarbeitende in der Schweiz, doch 80 Prozent gehören zu einem internationalen Konzern, sind also nicht als "KMU" zu betrachten.
Die Einzelnutzerlizenz der Studie, von der wir ein Pressexemplar einsehen konnten, kostet 299 Euro. Mehr Informationen gibt es hier. (Christoph Hugenschmidt)

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