Der Walldorfer ERP-Hersteller überrascht die Börse mit der Ankündigung von sehr guten Geschäftszahlen. Stärkstes Wachstum bei Lizenzverkäufen seit 2000.
Der weltweit grösste Hersteller von ERP-Systemen, SAP, hat gestern Abend die Börse mit der Ankündigung von sehr guten Geschäftszahlen für 2007 überrascht. Das wichtige vierte Quartal scheint für die Walldorfer noch besser abgelaufen zu sein als erwartet.
Insgesamt - so die provisorischen Zahlen - hat SAP letzes Jahr einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro gemacht und ist damit um rund neun Prozent gewachsen. Berücksichtigt man Wechselkurseffekte so konnte SAP den Umsatz gar um 13 Prozent steigern. SAP hat nun nach eigenen Angaben einen weltweiten Marktanteil von 28,5 Prozent - der deutsche ERP-Riese berechnet den Marktanteil allerdings unter Ausklammerung der tausenden von "local heros" im Markt für Geschäftssoftware.
Eine wichtige Kennzahl für ERP-Hersteller sind die Verkäufe von Neu-Lizenzen, denn diese ziehen für lange Jahre Einnahmen an Wartungsgebühren nach sich. SAP hat letztes Jahr neue Software im Wert von 3,4 Milliarden Euro verkauft - 13 Prozent mehr als 2006. Berücksichtigt man die negativen Währungseinflüsse (schwacher Dollar) so stieg der Lizenzabsatz gar um 18 Prozent - soviel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.
Ebenfalls interessant sind die Absätze in der Region Amerika, wo SAP auf dem Heimmarkt des Erzkonkurrenten Oracle operiert und in den rasch wachsenden asiatischen Märkten. In der Region Amerika setzte SAP Software und softwarebezogene Dienstleistungen im Wert von 2,5 Milliarden Euro ab. Dies sind neun Prozent mehr als 2006 (+ 14 % währungsbereinigt). In Asien ist SAP noch nicht so stark, wächst aber sehr rasch. Die Walldorfer verkauften Software und Dienstleistungen für eine knappe Milliarde Euro und konnten damit um 19 Prozent (24 % bereinigt) wachsen.
Die Börse reagierte gestern Abend erfreut auf die guten Zahlen von SAP. (Christoph Hugenschmidt)