Schweizer IT-Abteilungen sistieren noch kaum Projekte

16. April 2020, 12:24
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Unsere Umfrage zeigt: Die Informatik-Abteilungen schauen trotz Corona-Pandemie positiv in die Zukunft. Einige wittern gar Chancen.

Wir wollten wissen, wie sich die Corona-Krise auf die Schweizer IT-Abteilungen auswirkt. An einer Umfrage von inside-it.ch haben sich 122 CIOs, CTOs, Projektleiter und weitere IT-Manager beteiligt.
Bei fast der Hälfte der Umfrageteilnehmer arbeitet die gesamt Belegschaft im Homeoffice. Bei einem weiteren Viertel sind es 90% der Angestellten. Nur gerade sechs Umfrageteilnehmer gaben als, dass weniger als die Hälfte der Mitarbeitenden von zu Hause aus Arbeiten würden.
Offenbar waren die IT-Abteilungen gut auf diese Umstellung vorbreitet. So sagten fast 60%, dass sie die On-Premises-Applikationen für den Fernzugriff nicht umstellen mussten.
Etwas über ein Viertel musste vereinzelte Anpassungen vornehmen. Schliesslich sagten 10%, dass vieles umgestellt werden musste. Bei zwei Teilnehmern wurde zum Zeitpunkt der Umfrage vor rund einer Woche noch immer an der Umstellung gearbeitet.

Einzelne Projekte wurden sistiert

Bei fast zwei Dritteln der Befragten laufen alle ICT-Projekte weiter. Sie arbeiten nach Plan, allerdings gab ein Teilnehmer zu bedenken, dass sich dies vermutlich noch ändern werde.
Bei fast einem Viertel wurden einzelne laufende Projekte "on Hold" gesetzt. Bei zwei Firmen wurden geplante Projekte gestoppt und zwei Umfrageteilnehmer gaben an, dass sämtliche Projekte gestoppt wurden.
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Im Grossteil der Betriebe der Befragten werden alle Projekte weitergeführt.
Die sistierten Projekte bilden die ganze Bandbreite ab: Von der SAP-Einführung über die Migration auf Office 365 und der Verteilung von Hardware bis zu IT-Outsourcing wurde die ganze Palette aufgezählt. Mehrfach genannt wurden Infrastrukturprojekte, Businessprojekte und Projekte zu Businesssoftware.
Bei einigen kamen sogar neue Projekte dazu, wie in der Umfrage klar wurde. Ein Viertel gab an, dass es noch zu früh sei, um zu beurteilen ob und welche Projekte gestoppt würden.

Ein optimistischer Blick auf 2021

Die Teilnehmer der Umfrage sehen optimistisch auf das kommende Jahr: 43% erklärten, dass sie 2021 wie geplant arbeiten würden. Bei 29% werden einzelne Aspekte der Strategie überarbeitet.
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Eine überwiegende Mehrheit will 2021 weiterarbeiten wie gehabt oder nur einzelne Anpassungen vornehmen.
Nur gerade ein Teilnehmer sagte, dass man die Strategie grundlegend neu denken müsse. "Wir müssen so oder so die IT-Strategie auf 2021 anpassen, auch ohne Corona-Virus", hiess es in einem weiteren Kommentar.
Ein Viertel der Manager geht davon aus, dass es 2021 keine Budgetkürzungen geben werde. 16% rechnen gar mit einem höheren Budget. Grosse Kürzungen befürchten nur 6% Teilnehmer, aber immerhin 23% erwarten kleinere Kürzungen.
Die wirtschaftliche Krise ist derweil noch am Anfang. So fanden 30%, dass es noch zu früh sei, hier eine Einschätzung abzugeben.
57% rechnen nun mit einem Schub bei der Automatisierung. Noch mehr, nämlich 60%, glauben, dass die Pandemie dem Home Office einen starken Impuls geben werde. Auch die Tendenz Richtung Cloud werde nochmals verstärkt, gab ein Viertel an.

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