Schweizer Unternehmen forcieren Forschung

20. Dezember 2005, 13:51
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IT und Telekommunikation an dritter Stelle bei Forschung und Entwicklung in der Privatwirtschaft.

IT und Telekommunikation an dritter Stelle bei Forschung und Entwicklung in der Privatwirtschaft.
Immer wieder wird davon geredet, dass die Schweiz in bestimmten technologischen Bereichen die Forschung vernachlässige und den Anschluss verliere. Die Unternehmen der Schweizer Privatwirtschaft zumindest haben aber ihre Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung (F+E) in den letzten Jahren deutlich gesteigert, wie Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, und liegen im internationalen Vergleich (Grafik) recht weit vorne. Von 2000 bis 2004 stiegen die Aufwendungen für F+E in der Schweiz – ohne die Ausgaben in ausländischen Zweigstellen – in Prozent des Bruttoinlandprodukts gemessen von etwa 1,75 Prozent auf rund 2,2 Prozent. Damit hat die Schweiz zum Beispiel die USA überholt und Deutschland deutlich abgehängt.
Insgesamt gaben Schweizer Unternehmen 2004 rund 9,7 Milliarden Franken "intramuros" für F+E im eigenen Unternehmen aus. Auch in diesem Bereich kann man aber einen Trend zum Outsourcing und Offshoring feststellen. Im Vergleich zu 2000 haben sich nämlich die Auslagen für F+E "extramuros", das heisst für Aufträge, die an andere Firmen oder Hochschulen vergeben wurden, mehr als verdoppelt, von 1,8 auf rund 4 Milliarden Franken. Davon gingen 2004 rund 2,4 Milliarden Franken ins Ausland, während es 2000 noch 1,1 Milliarden Franken waren.
Nach Branchen unterteilt präsentiert das BfS nur die Zahlen für "intramuros"-F+E. Der IT- und Telekommunikationsbereich lag hier 2004 mit Ausgaben von insgesamt rund 1,25 Milliarden Franken an dritter Stelle, hinter dem Maschinenbau (1,57 Milliarden Franken) und weit hinter der Pharmaindustrie, die ihre Ausgaben (3,56 Milliarden Franken) von 2000 auf 2004 fast verdoppelt hat. Die Pharmaindustrie ist damit für einen Grossteil des Gesamtwachstums verantwortlich. Im Bereich IT- und Telekommunikation war das Ausgabenwachstum vergleichsweise bescheiden. Im Unterbereich "IKT-Herstellung" nahmen die Ausgaben von 2000 auf 2004 um etwa 10 Prozent auf 831 Millionen Franken zu, während sie im Bereich "IKT-Dienstleistungen" mit 374 Millionen Franken sogar ganz leicht sanken. (Hans Jörg Maron)

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