Viel öfter ist es viel banaler die auslaufende Wartung für die alte Version.
Gemäss einer Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) beschäftigen sich dieses Jahr knapp doppelt so viele SAP-Anwender konkret mit dem Thema "Service Oriented Architecture", wie vor einem Jahr. Mit rund 13 Prozent sind sie aber immer noch deutlich in der Minderheit. Und zudem, so glaubt die DSAG, ist die gestiegene Zahl der SOA-Projekte viel eher eine Nebenwirkung des Umstiegs auf SAP ERP 6.0, als ein Grund dafür.
Für rund 35 Prozent der Befragten ist der Hauptgrund für ihren nächsten SAP-Releasewechsel, dass die Wartung ihrer bisherigen SAP-Lösungen ausläuft. Für ein weiteres Viertel stehen die erweiterten Funktionalitäten von SAP ERP 6.0 im Vordergrund. Explizit SOA nennen aber nur fünf Prozent als Grund. (Die restlichen rund 30 Prozent haben den Releasewechsel auf die SOA-fähige Version bereits vollzogen.)
"Noch zeigt die Umfrage, dass die Beweggründe der Anwenderunternehmen, ihre IT-Landschaft in Richtung SOA zu modernisieren, aktuell hauptsächlich pragmatischer Natur sind. Dass Wartungsgründe und eine erweiterte Funktionalität in der Rangliste bei den Anwendern diesbezüglich vorne stehen, zeigt, dass Enterprise-SOA derzeit nicht ganz oben auf der Agenda vieler Anwenderunternehmen steht. Die ERP-Umstellung und die kurzfristige Unterstützung der Fachabteilungen haben Vorrang. Daraus ergibt sich, dass ESOA derzeit von vielen Anwendern eher als ein parallel zum Releasewechsel laufendes Strukturierungsprogramm gesehen wird und nicht als zentrale IT-Strategie", meint dazu Alfons Wahlers, Vorstandsvorsitzender der DSAG und CIO bei der Celesio AG. Dies, so Wahlers, gelte aber nicht nur spezifisch für SAP-Kunden sondern auch für Anwender anderer Lösungen.
Darüber, ob man zum Thema SOA von SAP bereits gut informiert werde, sind die Meinungen geteilt. Knapp die Hälfte der Befragten erklärte, dass dies der Fall sei, 25 Prozent fühlen sich nicht optimal informiert und 28 Prozent haben sich bisher nicht um das Thema gekümmert. (Hans Jörg Maron)