Sobaco kauft deutschen Dienstleister Betax

28. September 2015, 15:08
  • fintech
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Der in Schlieren ansässige IT-Bankendienstleister Sobaco hat rückwirkend auf den 1.

Der in Schlieren ansässige IT-Bankendienstleister Sobaco hat rückwirkend auf den 1. Juli 2015 den im deutschen Regensburg ansässigen IT-Dienstleister für Vermögensverwalter Betax Systems zugekauft. Betax mit seiner Onlinedepotverwaltung "MyWebDepot" war bislang eine Tochtergesellschaft des Maklerpools Top Ten, der mit 25 Prozent an der nun neu gegründeten Sobaco Betax AG beteiligt bleiben wird, wie es in einer Mitteilung von Top Ten heisst. Dort begründet man den Verkauf damit, dass man keine IT-Firma sei, sondern der Fokus eindeutig auf dem Investmentfonds-Geschäft liege. Zudem würde man sich über die Sobaco Betax unter anderem den Zugang zu 20 bisher nicht vorhandenen Bankenschnittstellen beispielweise auch in der Schweiz erschliessen.
Wie Sobaco-Inhaber und -CEO Peter Haist gegenüber inside-it.ch ausführt, bleibt der bisherige Standort bestehen, alle 12 Mitarbeiter werden übernommen und das neue Unternehmen vom bisherigen Geschäftsführer Jörg Richard weitergeführt. Haist selber hat bereits den Aufsichtsratsvorsitz übernommen, wie er sagt. Zum Verkaufspreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Sobaco hält aber fest, mit der Firmenübernahme seinen Marktanteil im Lösungsbereich für Vermögensverwalter verdoppelt zu haben. Der Zukauf kommt insofern wenig überraschend, weil Haist schon vor einem Jahr im Interview mit inside-it.ch erklärt hatte, Firmen zukaufen zu wollen, um international expandieren zu können.
Während Top Ten also strategische Gründe für den Verkauf geltend macht, spielen bei Sobaco auch handfeste technische Aspekte eine Rolle für die Übernahme. So arbeite man im BPO für Banken bereits mit Partnern wie insbesondere Finanz-Logistik zusammen, erschliesse sich über die Sobaco Betax diesen Bereich nun aber auch mit einer aktuellen Technologie für international tätige Vermögensverwalter, so der Sobaco-CEO. Zwar adressiere man diesen Bereich bisher schon mit dem eigenen PAS (Portfolio Administration Solution), doch um weiterhin allen regulatorischen, technologischen und funktionalen Anforderungen entsprechen zu können, wären grosse Investitionen ins PAS erforderlich gewesen, begründet er den Zukauf. Statt die Weiterentwicklung in Angriff zu nehmen, habe man eine Software gesucht, die auf neuster Technologiebasis als SaaS (Software as a Service) angeboten und Transaktionen, Stamm- und Kursdaten effizient laden kann. Hier habe Betax mit seinem MyWebDepot die Erwartungen übertroffen, so Haist.
Er beabsichtigt denn auch mit dem Zukauf expandieren zu können und die seit Jahren verfolgte Wachstumsstrategie im Schweizer und internationalen Markt weiter auszubauen. Habe Betax bisher auf den deutschen Markt fokussiert, soll das neue Unternehmen nun zum "substanziellen Ausbau" des Geschäftsfeldes auch in den internationalen Märkten beitragen. (vri)

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