SoftM will Code und Mitarbeiter der konkursiten Semiramis

4. Dezember 2006, 15:35
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Der deutsche Systemintegrator und ERP-Anbieter SoftM ("Greenax") will den Code des insolventen österreichischen ERP-Anbieters Semiramis übernehmen.

Der deutsche Systemintegrator und ERP-Anbieter SoftM ("Greenax") will den Code des insolventen österreichischen ERP-Anbieters Semiramis übernehmen.
Lebt Semiramis doch weiter? Die Gläubiger des "ERP II"-Anbieters Semiramis, der Ende Oktober spektakulär unterging, scheinen einen Käufer für die Software gefunden zu haben. So meldet der deutsche AS/400- und ERP-Anbieter SoftM heute, man habe ein Angebot für den Software-Code von Semiramis eingereicht. Die Gläubigerausschüsse von Semiramis Deutschland und Österreich haben gemäss SoftM bereits zugestimmt. Der börsenkotierte deutsche Anbieter will nach eigenem Bekunden auch sämtliche Mitarbeitenden von Semiramis übernehmen.
Mit der Übernahme von Semiramis "vervollständige" SoftM sein Angebot im Bereich Java-basierender betriebswirtschaftlicher Lösungen, begründet der Hersteller die geplante Übernahme.
SoftM bietet eine eigene, gleichnamige Lösung an, die auf IBMs iSeries-Technologie (früher AS/400) fusst. Gleichzeitig vertreibt SoftM seit kurzem Greenax, eine Grosshandels-Lösung, die mit der Technologie der Schweizer Bison Solutions gebaut wurde.
"Branchenfokus vielleicht verschärfen"
SoftM-Sprecher Friedrich Koopmann sieht kein Problem darin, dass seine Firma mit Semiramis gleich drei verschiedene ERP-Lösungen vertreiben würde. SoftM würde bei der Semiramis-Übernahme ja auch wachsen, argumentiert er. Zudem will SoftM mit dem bestehenden Partnernetzwerk von Semiramis weiter arbeiten.
Koopmann: "Unsere Strategie zielt auf eine führende Position im Markt für Java-ERP-Lösungen. Mit Semiramis erwerben wir eine Java-Lösung, die bereits 200 Kundeninstallationen aufweisen kann. Die haben wir uns angeschaut."
Mit dem ehemaligen Semiramis-Parter KTW, der dem Semiramis-Gründer Reinhold Karner gehört, und der beim Konkurs Rechte am Software-Code angemeldet hat, hat sich SoftM gemäss Koopmann geeinigt. KTW soll weiterhin Vertriebspartner für Semiramis bleiben.
Auf unsere Frage, ob Semiramis nicht daran gescheitert ist, dass man die Lösung zu rasch in zu vielen verschiedenen Branchen etablieren wollte, antwortet Koopmann: "Wir werden den Branchenfokus vielleicht verschärfen."
Zur Finanzierung des Deals stoppt SoftM das derzeit laufende Aktienrückkaufsprogramm. Gemäss Koopmann hat der Münchner Hersteller bis heute etwa 110'000 Aktien (Kurs zur Zeit etwas über fünf Euro) zurückgekauft, genehmigt war der Rückkauf von maximal 150'000 Aktien. (Christoph Hugenschmidt)

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