Soeben wurde bekannt, dass Red Hat der Free Software Foundation (FSF) wegen dem Comeback von Richard Stallman in den Vorstand der Organisation
den Support entzieht.
Mit Suse CEO Melissa Di Donato, äusserte sich auch ein weiteres Schwergewicht der Free-and-Open-Source-Szene (FOSS) in deutlichen Worten. Sie twitterte: "Die Welt hat etwas Besseres verdient. Als Führungskräfte ist es an der Zeit, sich zu äussern und Stellung zu beziehen, wenn abscheuliche Entscheidungen getroffen werden. Diese Zeit ist jetzt. Ich bin enttäuscht von der Entscheidung der FSF und stehe fest gegen alle Formen von Frauenfeindlichkeit und Bigotterie."
Die Document Foundation, die Organisation hinter LibreOffice, hat die "Mitgliedschaft der FSF in unserem Beirat suspendiert und jede andere Aktivität mit dieser Organisation und ihren Vertretern eingestellt." Das Debian-Projekt, die einzige Mainstream-Linux-Distribution, die manchmal Stallmans bevorzugten Begriff für Linux, GNU/Linux, verwendet, will darüber abstimmen, ob es einen offenen Brief mit der Forderung nach Stallmans Absetzung, der schon von Creative Commons, Gnome, Mozilla, Suse und dem Tor Project unterzeichnet wurde, ebenfalls unterzeichnen soll.
Über 4300 Einzelpersonen versammelt der Software-Pionier, FSF-Gründer und frühere Präsident hinter sich. Es handle sich aber, so schreibt Miguel de Icaza, Mitbegründer von Gnome und jetzt ein Microsoft Distinguished Engineer, "hauptsächlich um Anwender mit wenigen Referenzen - wahrscheinlich Fans, die nie mit ihm zu tun hatten."
Neuer FSF-Präsident will weg
Die FSF ist wegen Stallmans Rückkehr als Vorstand sicher in ihren Grundfesten erschüttert worden: John Sullivan, der seit 18 Jahren für die FSF gearbeitet hat, - zuletzt als Executive Director - ist zurückgetreten.
Stallmans Nachfolger als Präsident der FSF, Geoffrey Knauth, hat ebenfalls angekündigt, dass "ich mich verpflichte, als FSF-Funktionär, Direktor und stimmberechtigtes Mitglied zurückzutreten, sobald es einen klaren Weg für eine neue Führung gibt, die die Kontinuität der Mission der FSF und die Einhaltung der treuhänderischen Anforderungen sicherstellt." Auch FSF-Vorstandsmitglied Kat Walsh ist zurückgetreten.
Stallman selbst schweigt nachwievor. Das einzige Statement zur Revolte: "Ich bin weiterhin der Chief GNUisance des GNU Projekts. Dies ist mein langfristiges Engagement und ich plane, es fortzusetzen."
Sieht man sich die Kommentare zum Streit an, so ist fraglich, ob und wie die FSF sich in absehbarer Zeit wieder um ihre Kernaufgaben kümmern wird.