Swissmedic erforscht AI für 9 Millionen Franken

30. Juni 2020, 14:53
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Die Behörde will mit Hilfe von 2 IT-Firmen Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz sammeln und hat erste konkrete Ideen für den Einsatz.

Swissmedic, die Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel in der Schweiz, will sich verstärkt mit Artificial Intelligence beschäftigen.
Zühlke sowie die Pariser Firma Quinten erhielten nun den Zuschlag über total 9 Millionen Franken für "Informatikdienstleistungen für Entwicklung und Lifecycle Management von Artificial Intelligence Lösungen & Services", wie es auf Simap heisst. Es handle sich um ein maximales Kostendach für beide Firmen, so die Präzisierung. Der Preis wurde für den Zuschlag mit 20% gewichtet.
Bemerkenswert ist dabei unter anderem, dass im offenen Verfahren 25 Angebote eingegangen sind. Ebenso interessant ist der französische Gewinner Quinten. Dieser war nämlich vorgängig schon in einem PoC involviert: "Die Firma Quinten SAS ist ebenfalls zur Angebotsstellung zugelassen. Sie war in keiner Form an der Erstellung vorliegender Ausschreibungsunterlagen beteiligt und verfügt über keine anderen Vorteile im Ausschreibungsprozess", hält Swissmedic fest.
Die beiden Zuschlagsempfängerinnen sollen Swissmedic nun fit machen für die AI-gestützte Zukunft. "Aktuell verfügt Swissmedic selbst noch nicht über genügend Erfahrung oder fachliche Kompetenzen im Umgang mit AI, um nachhaltig konkrete Einsatzziele und Nutzen bringende Lösungsanforderungen zu beschreiben. Diese Erfahrung soll in den nächsten Jahren mittels praktischen Versuchen explorativ erarbeitet werden", hiess es in der Ausschreibung zur Ausgangslage.
Was die zwei Firmen genau leisten müssen, ist noch zu definieren. "Es kann z.B. ein Schwergewicht auf Beratung, Realisierung, Managed Services, Application Lifecycle Management und Support-Services gelegt werden, oder alternativ auf Beratung, Qualitätssicherung, Expertise und Bedarfs- sowie Anforderungsmanagement."
Klar ist, dass ein Single Point of Contact etabliert wird und der Vertrag ab 1. September für eine Grundlaufzeit von fünf Jahren unterzeichnet werden soll.
Bereits vorweisen mussten Zühlke und Quinten, dass man AI-Erfahrung hat: "Die Anbieterin kann in einem Bericht das Application- und Infrastrucure-Lifecycle-Management für eine von ihr operativ implementierte und betriebene Lösung aufzeigen (kein Proof of Concept oder Pilot!)", so ein Zuschlagskriterium.
Geplant ist offenbar herauszufinden, ob man mit AI Nebenwirkungen von in der Schweiz zugelassenen Medikamenten erkennen und bewerten kann. Ein zweite Vorstellung ist, dass ein "lernendes System bei Swissmedic eingehende Publikumsanfragen (teil-)automatisiert beantwortet". Zudem will Swissmedic Wissen und Erfahrungen sammeln, "wie auf Basis von öffentlich verfügbaren Quellen (D/E/F/I) nach relevanten analytischen Methoden zur Bestimmung von Gehalt, Verunreinigungen und Identität für bestimmte Substanzen und Arzneimittel gescreent werden kann."
Weil sich gerade im AI-Bereich die Technologie rasant entwickeln kann, und Swissmedic eine langfristige Beziehung mit den Rahmenvertragspartnerinnen anstrebe, soll Swissmedic auch weitere Leistungen im Rahmen des Maximalbudgets beziehen können.

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