Thurgau gibt sich eine Digitalisierungs-Strategie

25. September 2020 um 09:05
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Der Kanton sieht sich bei der Digitalisierung grundsätzlich weit. Ein neues Kompetenzzentrum soll die Koordination aber noch verbessern.

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat die "Strategie Digitale Verwaltung" verabschiedet. Übergeordnetes Ziel sei es, für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Verwaltung einen Mehrwert zu erzielen. Mit der Automatisierung der Arbeitsabläufe, der medienbruchfreien Bearbeitung von Daten und der Elimination von Doppelspurigkeiten könnten sowohl die Effizienz als auch die Qualität verbessert werden, schreibt der Kanton.
Der Kanton Thurgau sei bei der Digitalisierung in vielen Bereichen schon sehr weit – zum Beispiel bei den Geodaten, den Dienstleistungen im Strassenverkehrsamt, der Steuererklärung und weiteren Angeboten der Ämter und Fachstellen. Was aber bislang gefehlt habe, sei eine zentrale Steuerung und Koordination der Digitalisierung. Deshalb habe der Regierungsrat im Frühjahr 2019 den Projektauftrag zur Erarbeitung der Strategie, die nun verabschiedet wurde, erteilt.

Kompetenzzentrum "Digitale Verwaltung" wird geschaffen

Organisatorisch sei die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Digitale Verwaltung vorgesehen. Dieses soll bis Ende Jahr etabliert und vorerst mit drei Vollzeitstellen besetzt werden. Im Budget 2021 seien dafür 300'000 Franken vorgesehen. Für die Umsetzung von Projekten werde ein Betrag von 1,3 Millionen Franken beantragt. Ausserdem werde in jedem Departement sowie der Staatskanzlei eine für die Digitalisierung verantwortliche Person bestimmt. Daneben komme dem Einbezug der Gemeinden ein besonderes Augenmerk zu.
Im Kern orientiert sich die Strategie an den Grundsätzen Leistungsoptimierung, Kulturwandel, Vernetzung, Datenschutz und Effizienz durch Standardisierung. Die Verwaltung will "Fast Follower" sein und somit aktuelle, aber bereits erprobte technische Lösungen und Standards einsetzen. Es sollen auf dem Markt bestehende Angebote genutzt werden und die Wiederverwendbarkeit gefördert.
Zur Strategie gehöre auch der Kulturwandel inklusive Personalentwicklung und einem neuen Führungsverständnis im digitalen Zeitalter. Agile Prozesse sollen genutzt und weiterentwickelt werden.
Daneben will der Kanton in die IT-Sicherheit investieren und die Mitarbeitenden sensibilisieren. Ziel sei eine verantwortungsvolle und transparente Datennutzung, der Schutz von persönlichen Daten sowie auch die Förderung der informationellen Selbstbestimmung.

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