Tim Berners-Lee versteigert den Sourcecode des Internets

15. Juni 2021, 14:34
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Die Originaldatei mit Zeitstempel sowie weitere Objekte sollen als NFT versteigert werden. Der Wert ist aber vor allem historischer Natur.

Tim Berners-Lee, bekannt als Vater des World Wide Web, möchte den Sourcecode verkaufen, der für die Schaffung des modernen Internets verwendet wurde. Dafür bündelt er die Eigentumsrechte mit weiteren Objekten in einem Non-Fungible Token (NFT).
NFTs sind eindeutige, nicht replizier- oder austauschbare kryptografische Token. In den letzten Monaten machten sie von sich reden, weil digitale Kunstwerke auf diesem Weg für gigantische Summen neue Besitzer fanden. Diskutiert wurde darüber, was der Erwerb eines NFTs bedeute, da es weder mit einem Urheber- noch einem Verwertungsrecht verbunden sein muss, schliesslich können digitale Kunstwerke beliebig vervielfältigt und angesehen werden. Kritisiert wurde aber auch, dass die Transaktionen riesige CO2-Emissionen verursachen würden.
Im NFT von Berners-Lee seien "die Originaldateien mit Zeitstempel" des für das Internet geschriebenen Quellcodes im Umfang von fast 10'000 Zeilen beinhaltet. Zudem "eine animierte Visualisierung" des Codes, ein Brief von Berners-Lee über den Prozess sowie ein "digitales Poster" des von ihm erstellten Codes. Man kann den NFT am ehesten mit einem handschriftlichen Manuskript einer berühmten Persönlichkeit vergleichen, dessen Wert in der historischen Bedeutung liegt.
Denn der versteigerte Code ist von jedem mit Internetanschluss einsehbar. Die animierte Visualisierung von 30 Minuten etwa, kann man sich auf der Website von Sotheby's anschauen. Das renommierte Auktionshaus wird den Verkauf des NFT abwickeln. Startpreis liegt laut 'BBC' bei 1000 Dollar. Der Erlös soll für Zwecke ausgegeben werden, die Berners-Lee und seine Frau noch bestimmen wollen.
Die Absicht von Berners-Lee sorgte dennoch bei einigen für Irritation, schliesslich wollte der Vater des Internets nach eigenen Aussagen mit seiner Kreation nie direkt Geld verdienen. Das Cern in Genf, für das er bei der Schaffung des Codes arbeitete, gab dann auch 1993 die Rechte an der Technologie ab und öffnete sie für die Welt.

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