Uni-Abgänger sollen einfacher in der Schweiz arbeiten können

19. März 2019, 12:28
  • politik & wirtschaft
  • eth
image

Es dürften künftig vermehrt ausländische Informatiker ab ETH oder Universität auf den hiesigen Arbeitsmarkt kommen.

Es dürften künftig vermehrt ausländische Informatiker ab ETH oder Universität auf den hiesigen Arbeitsmarkt kommen.
Ausländische Informatiker und andere Spezialisten in Mangelberufen, die in der Schweiz ausgebildet wurden, sollen nach ihrem Studium einfacher in der Schweiz arbeiten können. Nach dem Nationalrat unterstützt auch der Ständerat eine entsprechende Motion.
Er stimmte der Motion von Marcel Dobler (FDP/SG) deutlich zu. Diese bezieht sich auf ausländische Uni- und ETH-Absolventen aus Drittstaaten mit einem Abschluss in einer Branche mit ausgewiesenem Fachkräftemangel, beispielsweise in Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
Dobler argumentierte, etwa 1000 Masterabsolventen und Doktoranden aus Drittstaaten könnten jährlich aus den Mint-Studien oder dem Medizinstudium in der Schweiz auf den Arbeitsmarkt kommen.
Ausländische Fachhochschulabsolventen seien wichtige Arbeitskräfte im Schweizer Arbeitsmarkt, sagte Pascale Bruderer (SP/AG) namens der staatspolitischen Kommission des Ständerats. Es müsse verhindert werden, dass die hier ausgebildeten, teuren Spezialistinnen und Spezialisten das Land verlassen, weil die Kontingente ausgeschöpft seien.
Bruderer erläuterte, dass Angehörige der EU-/Efta-Staaten bereits eine privilegierte Zulassung haben. Hochschulabsolventen von Drittstaaten würden jedoch nur sechs Monate von einem erleichterten Zugang profitieren. Danach stünden sie in Konkurrenz um einen Kontingentplatz mit anderen, bereits ausgebildeten Fachkräften.
Gemäss dem Motionär Dobler, der auch Präsident des Dachverbands ICTswitzerland ist, sind diese Kontingente jedoch rasch ausgeschöpft. Die erwähnte Personenkategorie müsse daher von den Kontingenten ausgenommen werden.
Der Bundesrat stellte sich gegen den Antrag. Mit den bestehenden erleichterten Zulassungsvoraussetzungen für Absolventen von Schweizer Hochschulen könne dem Anliegen des Motionärs bereits heute Rechnung getragen werden, sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter.
Der Bundesrat lehne deshalb weitere Ausnahmen vom Kontingentsystem ab. Er wurde jedoch überstimmt und muss nun die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) abändern. Die Motion verlangt, dass Absolventen von Schweizer Hochschulen "einfach und unbürokratisch in der Schweiz bleiben können". (mag/sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

EU wirft wohl einen Blick auf VMware-Übernahme

Befürchtet wird eine eingehende Prüfung durch die Wettbewerbshüter, die den 69-Milliarden-Deal stark verzögern könnte.

publiziert am 24.6.2022
image

E-Umzug soll in allen Berner Gemeinden eingeführt werden

Nach einem Pilot zieht der Kanton Bern eine positive Bilanz: In allen Gemeinden soll die An- und Abmeldung bald auch auf digitalem Wege möglich sein.

publiziert am 24.6.2022
image

EJPD hat sich Java-Entwickler ausgewählt

Die 5 Anbieter, die den IT-Dienstleister des Departements von Karin Keller-Sutter bei der Java-Entwicklung von Individualsoftware unterstützen werden, sind gefunden.

publiziert am 24.6.2022
image

Zürich: "Schweizerische oder europäische Clouds sind zu bevorzugen"

Richtlinien des Kantons zeigen, was bei der Auswahl und der Nutzung von Cloud-Diensten zu berücksichtigen ist.

publiziert am 24.6.2022