Veranstaltungshinweis: E-Reader im professionellen Einsatz

1. November 2010, 09:36
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E-Reader im Lehrbetrieb und für Leute, die beruflich lesen müssen: Dr. Rudolf Mumenthaler von der ETH-Bibliothek berichtet über Erfahrungen.

E-Reader im Lehrbetrieb und für Leute, die beruflich lesen müssen: Dr. Rudolf Mumenthaler von der ETH-Bibliothek berichtet über Erfahrungen.
Die High Tech-Werbung hat 2010 vollmundig als das "Jahr der E-Book-Reader" angekündigt. Tatsächlich sind die Verkäufe von E-Books und entsprechender Lesegeräte vor allem in den USA stark gestiegen. Der Web-Buchhändler Amazon hat beispielsweise gegenüber dem Vorjahr rund vier Mal mehr E-Books und mehr als doppelt so viele Reader (Kindle) verkauft. In Europa hingegen ist der Anstieg weit weniger explosiv - mit einer Ausnahme: Das iPad von Apple, das oft auch als e-reader benützt wird, hat innert weniger Monate die Verkäufe von reinen E-Book Readern überflügelt.
ETH-Bibliothek als (kleine) E-Book-Hochburg
Die ETH-Bibliothek als grösste technische Bücherei unseres Landes verfügt auch bereits über mehr als 60'000 E-Books. Das tönt eindrucksvoll, macht aber lediglich erst 7 Prozent des nahezu 7,4 Millionen Dokumente umfassenden Gesamtbestandes aus. Letztes Jahr wurde immerhin rund eine Million Mal auf E-Books der Bibliothek zugegriffen, über10-mal mehr als zwei Jahre zuvor. E-Books müssen deshalb als zukunftsträchtiges Medium gelten, und dies veranlasste den in der ETH-Bibliothek für Innovation und Marketing zuständigen Dr. Rudolf Mumenthaler, eine öffentliche Orientierung über "E-Book Reader für den Einsatz im Hochschulbetrieb" durchzuführen. Zwar lag der Schwerpunkt seines Vortrages auf der Verwendung von E-Book Readern in Lehre und Forschung, konnte aber ohne weiteres allgemeine Gültigkeit beanspruchen. Zudem hat die Bibliothek der ETH - und damit auch der Referent - in Bezug auf E-Reader die Stellung einer unabhängigen und auch kritischen Konsumentenvertretung.
Der Vortrag mit praktischen Geräte-Demonstrationen wird am Donnerstag, 18. November 2010, um 17 Uhr 30 in der ETH-Bibliothek wiederholt (ETH-Hauptgebäude, Rämistrasse 101, Geschoss H, Besammlung beim Ausleihschalter). Der Zutritt ist gratis, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.
Alles über E-Books und deren Einsatz
Mumenthaler ging am Freitag zunächst auf die beiden grundsätzlichen Bildschirmtechnologien der elektronischen Lesegeräte ein: Einerseits die sogenannte Elektrophorese (siehe Grafik), die zu einer ausserordentlich kontrastreichen Darstellung führt und dem Druck auf Papier gleichkommt, aber zur Zeit erst als Schwarzweissverfahren verfügbar ist. Das unter dem Markennamen E-Ink am Massachusetts Institute of Technology entwickelte Display-Verfahren hat den Vorteil eines geringen Stromverbrauchs, aber den Nachteil eines relativ langsamen Bildaufbaus, was sich beim Blättern in einem Dokument bemerkbar macht und animierte Darstellungen oder Videoprojektion nur sehr eingeschränkt ermöglich . E-Ink wird in diversen E-Readern, beispielsweise Amazons Kindle und dem E-Readern von Sony eingesetzt. Andere Reader haben klassische Flachbildschirme auf Basis der bekannten Thin Film Technology (TFT) zum Einsatz, die mit Light Emitting Diodes (LEDs) arbeitet.
Das Referat von Dr. Mumenthaler ging sodann auf die heute gebräuchlichen E-Book-Formate (PDF, EPUB und MOBI) sowie deren Vor- und Nachteile ein. Auch die Möglichkeiten der eigenen E-Book-Produktion kamen zur Sprache. Und schliesslich wurde neben den dezidierten Lesegeräten auch der Einsatz von Tablet-Computern und - mit einigen wichtigen Einschränkungen - auch von Smartphones als E-Reader behandelt. Dazu gab es Tipps für das Arbeiten mit E-Book-Readern und Hinweise auf nützliche Software Tools vorwiegend für das iPad, die zum Teil kostenlos angeboten werden. Ein Blick in die Zukunft der technischen Entwicklung - mit einer Übersicht über angekündigte Geräte, vor allem auf nächstens erhältliche Tablet-Rechner und neuartige Bibliothekdienstleistungen rundete das sehr informative Referat ab. (Gregor Henger)
(Bild: Elektrophorese: Elektrisch geladene weisse Teilchen in gefärbtem Öl, gesteuert durch Stromfluss. Das elektrophoretische E-Ink Display-Verfahren wurde 1990 am MIT entwickelt und steht heute im Eigentum des taiwanesischen Unternehmens PV I. Grafik: Wikipedia)

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