Volksabstimmung: Kanton Bern ersetzt Telefon durch IT

19. November 2018, 14:46
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Der Kanton Bern digitalisiert einen in der Öffentlichkeit wenig bekannten analogen Abstimmungs-Prozess: Am kommenden Abstimmungssonntag werden die Berner Gemeinden die Resultate ihrer Abstimmungen nicht mehr telefonisch an die Zentrale übermitteln.

Der Kanton Bern digitalisiert einen in der Öffentlichkeit wenig bekannten analogen Abstimmungs-Prozess: Am kommenden Abstimmungssonntag werden die Berner Gemeinden die Resultate ihrer Abstimmungen nicht mehr telefonisch an die Zentrale übermitteln. Dies meldet die Berner Staatskanzlei.
Neu können sie die Resultate erstmals "in der neuen kantonalen Informatiklösung für Wahlen und Abstimmungen eingeben". Dank der Direkteingabe liegt die Resultat-Erfassung nicht mehr zentral beim Regierungsstatthalteramt.
Der Verzicht auf Telefonate beschleunige den Prozess, so die Behörden: "Mit dem neuen System kann das vollständige kantonale Ergebnis inklusive der leeren und ungültigen Stimmen neu bereits am Abstimmungssonntag ausgewiesen werden."
Laut Simap hat Bedag die Lösung gebaut. Die Firma im Besitz des Kantons Bern erhielt Mitte 2017 aus sechs Angeboten den Zuschlag für 1'807'100 Franken. Die Summe versteht sich inklusive Webpublikation und Betrieb beziehungsweise Hosting bis Ende 2023.
Der 25. November 2018 war in der Ausschreibung als Wunschtermin für die öffentliche Einführung genannt worden. Er konnte also eingehalten werden.
Zu den Anforderungen für einen Zuschlag hiess es in der Ausschreibung unter anderem: "Wir bevorzugen eine bestehende Lösung, die nur noch auf die Bedürfnisse des Kantons Bern angepasst werden muss. Die Firma sollte Erfahrung und Erfolge mit Software-Systemen für Wahlen und Abstimmungen vorweisen können". Mit der Lösung solle aber nicht die bestehende E-Voting-Lösung des Kantons Genf ersetzt, sondern nur der Datenimport ermöglicht werden. (mag)

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