Vorwürfe, Rückzieher und Verschwiegenheit um Swissbit

2. April 2007, 16:36
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Dem Memory-Hersteller Swissbit soll es sehr schlecht gehen, berichtet 'Computerworld'. Stimmt's?

Dem Memory-Hersteller Swissbit soll es sehr schlecht gehen, berichtet 'Computerworld'. Stimmt's?
Mitte März hatte die Badener COS-Gruppe die beabsichtigte Übernahme des Schweizer Memory-Herstellers Swissbit bekannt gegeben. Nur zehn Tage später erschien in der 'Computerworld' ein Artikel zu Swissbit unter dem Titel "Die angeschlagene Braut". Darin werden massive Vorwürfe gegen das Bronschhofer Unternehmen erhoben: Die Kosten liefen aus dem Ruder, der Umsatz sei eingebrochen, Mitarbeiter seien entlassen worden etc. Quellen werden keine zitiert, ein Kommentar von Swissbit fehlt.
Swissbit-Mitbegründer Alexander Bringolf sagte am 23. März zu inside-channels.ch: "Wir haben den Artikel mit Erstaunen und Befremden zur Kenntnis genommen. Fast alles darin ist erstunken und erlogen." Nun war diese Reaktion durchaus zu erwarten. Doch die Tatsache, dass der Artikel am darauf folgenden Montag, 26. März, online nicht mehr zu lesen war, lässt vermuten, dass 'Computerworld' wohl eingesehen hat, dass der Artikel journalistisch nicht haltbar war, weil Swissbit nicht mit den massiven Vorwürfen konfrontiert wurde.
Was letztlich am Artikel wahr ist und was nicht, wird man wohl nie erfahren. Bringolf wollte inside-channels.ch zunächst eine umfassende Gegendarstellung zukommen lassen. Doch bis heute hat sich Swissbit nicht offiziell dazu geäussert. Dies lässt vermuten, dass man in Bronschhofen den Fall so schnell wie möglich archivieren möchte und nicht noch mehr Staub aufwirbeln will. Seitens 'Computerworld' ist zu erfahren, dass es sich um eine "heikle Angelegenheit" handelt. Chefredaktor Fredy Haag war heute für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar.
Doch was sagt der zukünftige Besitzer von Swissbit zur ganzen Geschichte? COS-Verwaltungsratspräsident Kurt Früh glaubt, dass der Artikel ein persönlicher Rache-Akt sei. "Wir haben die Vorwürfe schon vor fünf Monaten gehört", so Früh. Derzeit werde Swissbit im Rahmen der Due Diligence geprüft. Ob die Vorwürfe stimmen, wird sich wohl zeigen, wenn die Übernahme zustande kommt oder eben nicht. (Maurizio Minetti)

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