Wie sich der IT-Dienstleister Glarus hoch3 neu aufstellt

27. April 2017, 14:38
  • e-government
image

Nachdem in Glarus die Überführung der bisherigen IT-Organisation via neues Informatikgesetz in eine öffentlich-rechtliche Anstalt --http://www.

Nachdem in Glarus die Überführung der bisherigen IT-Organisation via neues Informatikgesetz in eine öffentlich-rechtliche Anstalt gescheitert ist, zeichnet sich nun ab, wie der Dienstleister namens Glarus hoch3 aussehen wird: Er hat bereits eigene Büros auf dem Gelände der Eternit in Niederurnen bezogen, wird Mitarbeiter einstellen und will künftig auch grössere IT-Projekte leiten können, schreibt heute die 'Südostschweiz'.
Massgeblich für den Umbau dürfte Hans-Peter Legler sein, der im letzten Oktober im Mandat die Geschäftsführung des ICT-Dienstleisters für die drei Gemeinden und die technischen Betriebe in Glarus übernommen hat.
Wie der Regierungsrat im Sitzungs-Protokoll vom 25. April, sind hierin ausdrücklich ausgeschlossen.
Der Regierungsrat hält weiter fest, dass Glarus hoch3 mit eigenen Mitarbeitern künftig professionell und kompetent arbeiten werde, zentrale Anlaufstelle bei Anliegen und Problemen der Kunden sei, den First-Level-Support selber gewährleisten und Projekte für ihre Kunden selber leiten könne. Damit verringere sich die Abhängigkeit von externen IT-Dienstleistern und es "wird eine ähnliche Struktur aufgebaut, wie sie der kantonale Informatikdienst bereits seit langem erfolgreich kennt".
Erste Tranche eines Darlehens zurückgezahlt
Interessanterweise weist die 'Südostschweiz' darauf hin, dass Glarus hoch3 bis Ende 2016 1,2 Millionen Franken an den Kanton zurückbezahlt hat.
Bekanntlich klaffte bei dem Dienstleister eine insbesondere in den Jahren 2012 und 2013 entstandene riesige Finanzierungslücke, die der Kanton mit einem Darlehen stopfen musste. Die nun noch offenen 800'000 Franken will Glarus hoch3 noch in diesem Jahr abbezahlen, so der Bericht weiter: "Man nehme genug Geld ein" von den Gemeinden und ihren technischen Betrieben.
Aktienkapitalerhöhung geplant
Ausserdem plant der Verwaltungsrat, das Kapital der Aktiengesellschaft um 800'000 Franken zu erhöhen. Denn Ende 2016 habe der Eigenfinanzierungsgrad nur unbefriedigende 13 Prozent betragen. An einer ausserordentlichen Generalversammlung im September sollen die Aktionäre, dazu gehört neben den drei Gemeinden auch der Kanton, die Kapitalerhöhung absegnen. Angestrebt wird eine Eigenmittelquote von rund 40 Prozent. Laut Regierungsrat liegt der "Richtwert bei gut finanzierten Unternehmen zwischen 30 und 60 Prozent". Ob und in welchem Umfang sich der Kanton an einer allfälligen Kapitalerhöhung beteiligen wird, würde geprüft, sobald die Vorschläge bekannt sind, heisst es im Protokoll.
Gern hätten wir folgendes gewusst: wie stehen die Chancen für die Kapitalerhöhung? Wie konnte so schnell das Darlehen zurückbezahlt werden? Zudem, wie das künftige Geschäftsmodell der Glarus hoch3 ausssieht und ob der CEO nun sein Pensum erhöhen wird. Aber Legler fand im Verlauf des Tages keine Zeit, Fragen zu beantworten. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Schwyz erhält einen neuen CIO

Im Sommer wird Marcel Schönbächler die Leitung des Amts für Informatik im Kanton übernehmen.

publiziert am 27.1.2023
image

Podcast: Wie fair und objektiv ist künstliche Intelligenz?

Der Bundesrat will, dass KI Behörden effizienter macht. Warum das zu einem Problem werden kann, diskutieren wir in dieser Podcast-Folge.

publiziert am 27.1.2023
image

Luzerner können Wille zur Organspende in App hinterlegen

Patientinnen und Patienten des Luzerner Kantonsspitals können ihre Entscheidung zur Organspende neu in der Patienten-App ablegen.

publiziert am 26.1.2023
image

PUK soll Zürcher Datenskandal durchleuchten

Datenträger der Justizdirektion landeten im Sex- und Drogenmilieu. Jetzt soll eine Parlamentarische Unter­suchungs­kommission zum Vorfall eingesetzt werden.

publiziert am 26.1.2023