Xerox-Grossaktionäre wollen Verkauf torpedieren

12. Februar 2018, 16:33
  • channel
  • xerox
  • verkauf
image

Zwei Grossaktionäre von Xerox wollen den geplanten Verkauf des amerikanischen Traditionsunternehmens nach Japan verhindern.

Zwei Grossaktionäre von Xerox wollen den geplanten Verkauf des amerikanischen Traditionsunternehmens nach Japan verhindern.
Die Investoren Carl Icahn und Darwin Deason, die gemeinsam rund 15 Prozent der Xerox-Anteile halten, riefen andere Aktionäre auf, den geplanten Deal abzulehnen. Xerox könnte den Anteilseignern als eigenständiges Unternehmen viel mehr bringen, argumentierten sie.
Xerox soll an den japanischen Foto- und Druck-Spezialisten Fujifilm gehen. Dafür soll die US-Firma komplett in ein bereits bestehendes Gemeinschaftsunternehmen mit Fujifilm eingebracht werden. Geplant ist auch der Abbau von 10'000 Arbeitsplätzen bei Fuji Xerox.
Die beiden Investoren fordern stattdessen, das Gemeinschaftsunternehmen aufzulösen und die Xerox-Führung Spitze für einen Neuanfang auszuwechseln.
Vor allem Icahn ist dafür berüchtigt, als Anteilseigner massiven Druck auf das Management von Unternehmen zu machen, um mehr Geld für Aktionäre herauszuschlagen.
Xerox, der mutlose Pionier
Xerox war zuletzt an der Börse knapp acht Milliarden Dollar wert. Die Firma war dank der Entwicklung des Fotokopierers ab Mitte des letzten Jahrhunderts zu einem der bekanntesten US-Unternehmen geworden.
Um neue Geschäftsbereiche zu erschliessen, gründete Xerox 1970 das Forschungszentrum Parc in Palo Alto. Dort wurden unter anderem die Grundlagen für die ersten Laserdrucker entwickelt, die Xerox ab 1977 zu neuen Höhenflügen verhalfen.
Die Ingenieure am Parc arbeiteten aber auch noch an vielen weiteren revolutionären Ideen. Unter anderem wurde dort schon 1973 der Minicomputer Alto gebaut, ein PC-ähnliches Gerät, das über eine grafische Bedienoberfläche und mittels einer Maus gesteuert werden konnte. Auch das Ethernet wurde am Parc erfunden.
Xerox selbst wagte es aber nicht, viel Geld zu investieren um aus diesen Geistesblitzen Kapital zu schlagen. Dies blieb späteren Nachahmern wie Apple, Microsoft oder Logitech überlassen, deren Gründer sich oft höchstpersönlich am Parc hatten inspirieren lassen. (sda/hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Deutsche Telekom wird T-Systems nicht los

Die Verhandlungen zum Verkauf der IT-Dienstleistungssparte sind laut einem Medienbericht gescheitert.

publiziert am 22.9.2022
image

Yokoy kündigt seinen Vertrag mit Bexio

Weiteres Ungemach für Kunden des Business-Software-Anbieters. Das Fintech Yokoy will sich künftig auf mittlere und grosse Kunden fokussieren.

aktualisiert am 22.9.2022 1
image

Exklusiv: Prime Computer vor dem Aus

Der St.Galler Assemblierer stellt seinen Betrieb bereits per Ende Oktober ein. Unseren Quellen zufolge wird seit Frühjahr über die Auflösung von Prime Computer spekuliert.

aktualisiert am 21.9.2022 2
image

Kyndryl präsentiert neue Plattform für Ressourcenmanagement

"Kyndryl Bridge" soll Unternehmen helfen, den Überblick über ihre IT-Infrastruktur zu behalten. Mit der Lancierung tritt auch der neue Schweiz-Chef Olivier Vareilhes verstärkt ins Rampenlicht.

publiziert am 21.9.2022