ZKB-BCV-Deal geplatzt

28. August 2008, 16:11
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Die Zürcher und die Waadtländer Kantonalbank geben das Vorhaben, ihre Informatik in eine gemeinsame Firma auszulagen, auf. Die BCV macht sich nun wieder auf die Suche nach einer neuen Kernbankenlösung. Profiteur ist IBM.

Die Zürcher und die Waadtländer Kantonalbank geben das Vorhaben, ihre Informatik in eine gemeinsame Firma auszulagen, auf. Die BCV macht sich nun wieder auf die Suche nach einer neuen Kernbankenlösung. Profiteur ist IBM.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Banque Cantonal Vaudoise (BCV) geben ihr gemeinsamens Vorhaben, die Informatik- und Backoffice-Ressourcen zusammenzulegen, auf. Die beiden grossen Kantonalbanken planten, per 2011 ein gemeinsames Dienstleistungszentrum aufzuziehen und gleichzeitig die BCV auf die Informatik-Plattform der ZKB zu hieven. Die beiden Banken wollten total bis zu 1300 Arbeitsplätze in das Zentrum auslagern.
Es habe sich während der Planungsphase gezeigt, dass die Informatikplattform der ZKB nicht termingerecht bereit gewesen wäre, um die IT der BCV zu integrieren, heisst es in einem gemeinsamen Communiqué von heute Abend. Man sei von der "strategischen Option eines gemeinsamen Dienstleistungszentrums nach wie vor überzeugt," und bedauere dass das Vorhaben nun nicht realisierbar sei.
BCV bleibt vorläufig auf Osiris
Wie Paul Coudret von der BCV zu inside-it.ch sagt, werden die Waadtländer nun vorläufig ihre Informatik weiterhin mit der eigenen Lösung Osiris, die "alle aktuellen Anforderungen erfüllt", betreiben. Mittelfristig werde man eine neue Lösung auf dem Markt evaluieren, so Coudret. Osiris wird im Rechenzentrum von Unicible betrieben. Der Waadtländer Informatik-Betrieb wurde im April 2007 von IBM übernommen.
Gemäss Coudret sind der BCV nur geringe direkte Kosten, nämlich zwei Millionen Franken, aus dem gescheiterten Projekt entstanden. Die indirekten Kosten seien schwierig zu schätzen, doch seien ungefähr 100 Mitarbeitende in das Projekt involviert gewesen.
Profiteur des gescheiterten Unterfangens könnte IBM werden. Die Auslastung ihres Rechenzentrums in Lausanne könnte nun auf viele Jahre hinaus gesichert sein...
Von der ZKB waren bis zum Versand unseres Newsletters keine weiteren Auskünfte zu bekommen. (Christoph Hugenschmidt)

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