Ringier und weitere Medien­konzerne fordern Milliarden von Google

29. Februar 2024 um 11:09
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Nicht nur im Print, auch online sind Anzeigen eine wichtige Einnahmequelle für Medien. Foto: Peter Lawrence / Unsplash

Dutzende von europäischen Medien­unternehmen ziehen wegen mutmasslicher Benach­teiligung im Werbe­geschäft gegen Google vor Gericht. Darunter auch 'Blick'-Heraus­geber Ringier.

Im Streit um eine mutmassliche Benachteiligung im Werbegeschäft ziehen gut 30 Medienunternehmen aus 17 europäischen Ländern gegen Google vor Gericht. In einer Schadenersatzklage, die bei einem Gericht in Amsterdam eingereicht wurde, fordern die Unternehmen 2,1 Milliarden Euro vom Tech-Konzern wegen dessen Praktiken im Adtech-Bereich.
Werbeanzeigen seien eine wichtige Einnahmequelle für unabhängigen Journalismus in Europa, heisst es in einem Statement der Verleger. Google beherrsche die wichtigen Phasen, der Anzeigenpositionierung. Würde man den Prozess mit dem Aktienmarkt vergleichen, wäre der Konzern Käufer sowie Verkäufer und würde gleichzeitig auch die Börse selbst besitzen, schreiben die Medienunternehmen.
Die Kritik an Google im Werbegeschäft ist nicht neu. Dem Konzern wird seit Jahren vorgeworfen, sich bei Onlinewerbung gegenüber Konkurrenten zu bevorteilen. Dafür wurde das Unternehmen beispielsweise in Frankreich gebüsst. Auch die EU-Kommission hatte ein Verfahren eingeleitet.

Google will "energisch" gegen die Klage vorgehen

Das Werbegeschäft von Google ist für den Mutterkonzern Alphabet der mit Abstand wichtigste Geschäftsbereich. Allein im Schlussquartal 2023 brachte es 65,5 Milliarden Dollar.
Man arbeite partnerschaftlich mit Medienunternehmen zusammen, so Google in einem Statement. "Die vorliegende Klage ist von spekulativer und fragwürdiger Natur, und wir werden energisch und sachlich dagegen vorgehen."
Zu den Medienunternehmen, die sich an der Klage beteiligen, gehören neben Ringier aus der Schweiz unter anderem auch der deutsche Verlag Axel Springer sowie Der Standard aus Österreich.

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