Salt und Sunrise spannen beim Mobilfunknetz zusammen

24. August 2026 um 09:38
  • channel
  • salt
  • Sunrise
  • Netzwerk
  • Telco
image
Foto: Mario Caruso / Unsplash

Die Kooperation soll den Netzausbau effizienter machen und die Abdeckung verbessern. Die beiden Unternehmen bleiben dabei unabhängig.

Die Nummern zwei und drei auf dem Schweizer Mobilfunkmarkt wollen beim Handynetz künftig eng zusammenarbeiten und damit den Platzhirsch Swisscom stärker herausfordern. Laut den beiden Firmen ist das aber kein Schritt in Richtung Fusion.
Konkret geht es um das Handynetz in den ländlichen Gebieten der Schweiz. Die dortige Bevölkerung solle von der gleichen Netzqualität profitieren, wie sie in den Städten geboten werde, heisst es in der von Salt und Sunrise veröffentlichten Mitteilung. Daher sei ein "Memorandum of Understanding" für einen gemeinsamen Netzausbau in diesen Gebieten unterzeichnet worden.
Rund 70% aller Mobilfunkstandorte von Salt und Sunrise stehen laut der Mitteilung in mitteldicht besiedelten und ländlichen Gebieten. Bei einer Zusammenarbeit könnten die dortigen Kundinnen und Kunden von einer grösseren Netzabdeckung und einer verbesserten Netzqualität profitieren. Und der Wettbewerb um das leistungsfähigste Mobilfunknetz werde intensiver, heisst es mit Blick auf das Swisscom-Netz.
Technisch gehe es um eine Zusammenarbeit im Mobilfunkzugangsnetz (Radio Access Network) in der Form eines "Multi-Operator Core Network Sharing". Bei diesem Modell würden ausgewählte Antennenstandorte mit den Kernnetzen beider Unternehmen verbunden. Dadurch könnten Kundinnen und Kunden auch Teile des Mobilfunknetzes des jeweils anderen Anbieters nutzen.

Effizienterer Netzausbau

Laut einem Sunrise-Sprecher werden die Netze auf diese Weise auch effizienter genutzt. Denn zum Teil stehe der Bau einer eigenen Antenne nur für das eigene Netz in keinem Verhältnis zur Nutzung.
Die beiden Firmen erhoffen sich von der Kooperation denn auch einen günstigeren Netzausbau, weil etwa künftige Investitionen "gezielter und wirkungsvoller" eingesetzt werden könnten. Die Kosteneffizienz wäre somit höher als bei einem eigenständigen Ausbau, so die Mitteilung.
Unterschiedliche Formen von Netzkooperationen sind laut den Angaben bereits in zahlreichen Ländern etabliert. Auch Salt und Sunrise arbeiten heute schon an ausgewählten Mobilfunkstandorten zusammen, wobei zur Dimension allerdings keine Angaben gemacht werden. Die nun geplante Zusammenarbeit sei eine Erweiterung dieser Kooperation.

Konkurrenz bleibt

Die Zusammenarbeit beschränke sich allerdings auf das Netz, wird betont. Beide Unternehmen blieben vollständig unabhängig – und zwar hinsichtlich Frequenzen, Netzstrategie, Marktpositionierung, Marken, Angeboten, Preisgestaltung, Produkten, Vertrieb, Marketing, kommerzieller Retail-Strategie und Kundenbeziehungen.
Ob es nach der nun unterzeichneten Absichtserklärung zu einer verbindlichen Vereinbarung kommt, ist allerdings noch nicht in Stein gemeisselt. Zunächst werde nun eine Prüfphase gestartet. Zudem bräuchte die angedachte Kooperation auch den Segen des Regulators.
Während der Prüfphase werden laut dem Sunrise-Sprecher auch die finanziellen Details geklärt. Aktuell könne dazu noch nichts gesagt werden. Offen ist auch noch die Dauer des Verfahrens. "Ich rechne mit Monaten und nicht mit Jahren", so der Sprecher.
An der Börse wird die Nachricht im frühen Handel wohlwollend aufgenommen. Sunrise-Aktien legten gegen 10.00 Uhr um 1,2% zu, Swisscom-Aktien waren mit 0,6% ebenfalls leicht im Plus. Salt ist nicht kotiert.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Wie KI das Consulting-Geschäft verändert

Das Flagship Event des Consulting Network Switzerland widmet sich im November Fragen rund um KI in der Beratung. Vorgestellt werden auch die Resultate der neuen Studie.

publiziert am 21.10.2026
image

OVHcloud steigert Umsatz in Europa

Der französische Cloud-Anbieter meldet ein positives Jahresergebnis. Das Unternehmen wächst auch ausserhalb seiner Heimat.

publiziert am 21.10.2026
image

Salesforce kauft Braze für 5,7 Milliarden

Die KI-Kundenbindungsplattform von Braze soll in das Portfolio von Salesforce eingebunden werden. Dafür zahlt der US-Softwarehersteller rund 5,7 Milliarden Dollar.

publiziert am 21.10.2026
image

Microsoft und SAP erweitern Schweizer Standorte

Microsoft Schweiz mietet zusätzliche Flächen im Circle und plant einen neuen Innovation Hub. SAP will im Frühjahr 2027 ein Experience Center eröffnen.

publiziert am 20.10.2026