"Schweiz ist in KI gut positioniert"

16. Mai 2024 um 09:13
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Innovate Switzerland legt ein Positionspapier zu KI vor. Darin wird eine technologieneutrale Regulierung gefordert.

Innovate Switzerland hat das Positionspapier "Künstliche Intelligenz vorausschauend regulieren" veröffentlicht. "Die Schweiz ist gut positioniert, um eine global relevante Rolle für die Entwicklung und das Erproben von KI als neue Basistechnologie einzunehmen", schreibt Innovate Switzerland zum Papier. Dafür sollte die Schweiz ihrer technologieneutralen und prinzipienbasierten Regulierung treu bleiben, um Forschung, Entwicklung und Innovation aktiv zu fördern.
Die Schweiz verfüge auch bereits "über eine solide rechtliche Basis, die als Grundlage für den Einsatz von KI weitgehend ausreichend ist". Es sei jedoch wichtig, die bestehenden Gesetze gezielt anzupassen und zu ergänzen, um den potenziellen Herausforderungen der neuen Basistechnologie gerecht zu werden. "Dabei sollten horizontale KI-Regulierungen vermieden werden."
Im Positionspapier werden Prioritäten definiert, um einen sicheren und vertrauenswürdigen Rahmen für die Arbeit mit KI zu schaffen. Dazu gehören laut Innovate Switzerland die punktuelle Anpassung bestehender Gesetze, der konsequente Wissensaufbau und die Förderung von KI, die mit Environmental Social Governance (ESG) kompatibel ist. Es stelle sich zudem die Frage, wie sich die Schweiz im Spannungsfeld der unterschiedlichen Regulierungsansätze im internationalen Umfeld positionieren soll. "Dabei ist es zentral, KI nicht isoliert, sondern im Einklang mit Strategien zur Datennutzung und der zugrunde liegenden digitalen Infrastruktur zu betrachten", heisst es im Papier.

Acht Prioritäten für den Umgang mit KI

Die definierten Prioritäten sind:
  1. Pragmatische Anpassung der nationalen Regulierung unter Berücksichtigung internationaler Entwicklungen: Die Schweiz sollte ihre Gesetze entlang der Risikodimensionen von KI überprüfen und gegebenenfalls anpassen, um Missbrauch zu verhindern und Innovationen zu fördern.
  2. Schaffung von Wissen und Entscheidungsfähigkeit: Es ist entscheidend, dass Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit über fundierte Kenntnisse im Bereich KI verfügen, um die richtigen Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI zu schaffen.
  3. Vertrauensvoller Schutz kritischer Infrastrukturen: Die Schweiz muss – international abgestimmt – Sicherheitsvorkehrungen für den Einsatz von KI in kritischen Infrastrukturen festlegen und umsetzen, um deren Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.
  4. Ausrichtung der Governance von Organisationen auf Transparenz und Verantwortung: Organisationen sollten Selbstverpflichtungen entlang der gesamten Technologiearchitektur beim Einsatz von KI entwickeln und umsetzen.
  5. Definition von Standards für Evaluation und Zertifizierung von KI: Es ist wichtig, technische und wissenschaftliche Grundlagen für die Bewertung und Zertifizierung von KI-Systemen und -Diensten zu schaffen.
  6. Ermöglichung von realen Testumgebungen und Förderung von Public Private Partnerships: Unternehmen und die öffentliche Hand sollten neue KI-Anwendungen in praxisrelevanten Testumgebungen prüfen und validieren können.
  7. Nutzung von Exzellenz für vertrauenswürdige Daten: Die Schweiz sollte sich als Handelsplatz von qualitätsgeprüften Datensätzen positionieren, um hochwertige KI-Systeme zu ermöglichen.
  8. Förderung von ESG-kompatibler KI: KI-Bewertungen sollten ökologische und soziale Dimensionen berücksichtigen, um die Entwicklung von KI-Anwendungen zu unterstützen, die im Einklang mit den ESG-Kriterien stehen.
Die Schweiz könne bei der internationalen Herleitung einer KI-Klassifikation eine prägende Rolle in der digitalen Aussenpolitik anstreben, ist Innovate Switzerland überzeugt. Der 2022 gegründete Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen will in der Schweiz digitale Innovationen auf Basis neuer Technologien ermöglichen. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Abraxas, Microsoft, Elca, ABB, Bug Bounty Switzerland, Temenos und die Universität St. Gallen.

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