Schweizer 1plusX geht in US-Hände

21. März 2022, 14:31
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Thomas Hofmann, Jürgen Galler und Joachim Schoss (v.l.). Foto: 1plusX

Triplelift kauft das auf datenschutzgerechte Data-Analytics spezialisierte Schweizer Unternehmen 1plusX. Der Deal ist rund 150 Millionen Dollar schwer.

Die amerikanische Ad-Tech-Firma Triplelift übernimmt das in Pfäffikon ansässige Unternehmen 1plusX. Die Schweizer Firma bietet laut einer Mitteilung eine Technologie, die es sowohl Publishern als auch Werbetreibenden ermöglicht, ihre Zielgruppen mit datenschutzfreundlichen Lösungen anzusprechen. Zu den Kunden gehören etwa Axel Springer oder die South China Morning Post.
Der Deal beläuft sich auf rund 150 Millionen Dollar, bestätigt uns 1plusX-Mitgründer und -CEO Jürgen Galler.
Die 1plusX-Lösungen würden es Unternehmen erlauben, das User-Verhalten zu analysieren, ohne dass dabei Cookies von Drittanbietern zum Einsatz kommen. Ein Thema, das im Zusammenhang mit dem wachsenden Bewusstsein für Datenschutz immer wichtiger wird. "Unser Kernprodukt, eine KI-gesteuerte Data Management Plattform, nimmt die Daten eines Kunden auf, reichert sie an und verwandelt sie in Echtzeit in präzise Zielgruppen- und Asset-Profile", sagt Jürgen Galler in der Mitteilung.

Verkauf oder IPO

1plusX wurde 2014 von Galler zusammen mit Thomas Hofmann sowie Joachim und Stephanie Schoss gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in Pfäffikon ZH. Ein wesentlicher Anteil der knapp 60 Mitarbeitenden arbeitet in der Schweiz. Die Software sei komplett in der Schweiz entwickelt worden, so Galler zu inside-it.ch.
1plusX habe zwar auch Kunden in Asien und den USA, sei aber vor allem in Europa präsent. Dies soll sich durch die Übernahme durch das US-Unternehmen nun ändern.
Er habe nicht gezielt nach einem Käufer gesucht, aber "Investoren wollen üblicherweise einen Exit sehen", so Galler. Bei Technologiefirmen heisse dies in der Regel: Börsengang oder Verkauf. Bei der Suche nach einem strategischen Partner, der dabei helfe, die Technologie schneller in den Markt zu bringen, sei man schliesslich mit Triplelift ins Gespräch gekommen.

Alternative zu Cookies von Drittanbietern

Cookies von Drittanbietern können Verbraucher über das Internet verfolgen, um ihre Surfgewohnheiten zu ermitteln und so Erkenntnisse für Unternehmen zu gewinnen, die möglicherweise keine direkte Beziehung zu den getrackten Personen haben. 1plusX helfe Verlagen und Werbetreibenden, ihre Zielgruppen mittels First-Party-Daten zu identifizieren, also Daten, die sie selbst über ihre Website oder App sammeln.
"3rd-Party-Cookies werden zukünftig komplett verschwinden", schreiben die Unternehmen. In der Folge müsse die digitale Werbung von Grund auf neu aufgebaut werden. "Der Zusammenschluss von Triplelift und 1plusX heisst für Verleger und Vermarkter, künftig eine skalierbare, unabhängige Plattform zu haben, die auf eine datenschutzfreundliche Zukunft ausgerichtet ist", sagt Eric Berry, Mitbegründer und CEO von Triplelift.

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