Die Sichtbarkeit von Unternehmen in KI-gestützten Antwortsystemen entwickelt sich offenbar zu einem neuen Wettbewerbsfaktor. Zu diesem Schluss kommt der Dienstleister Geoquality.ai in seiner Studie "State of GEO Switzerland 2026". Für das "Generative Engine Optimization" untersucht wurden 300 Schweizer Domains aus zwölf Branchen hinsichtlich ihrer Auffindbarkeit und Zitierbarkeit in KI-Systemen.
Bewertet wurden die Websites anhand des vom Anbieter entwickelten Seakt-Frameworks. Dieses berücksichtige unter anderem strukturierte Daten, die eindeutige Zuordnung eines Unternehmens als digitale Entität, Inhaltsqualität, Autorität und technische Zugänglichkeit. 229 der untersuchten Websites erhielten einen Score, der im Durchschnitt bei 52 von 100 Punkten lag.
Kleine Unternehmen vor bekannten Marken
Laut der Untersuchung besteht nur ein geringer Zusammenhang zwischen Unternehmensgrösse und KI-Sichtbarkeit. So erreichen das Zürcher Fintech Aktionariat einen Score von 90 Punkten, während verschiedene grosse Unternehmen deutlich tiefer liegen. Genannt werden unter anderem Julius Bär mit 36 Punkten, EFG Bank mit 33 Punkten sowie Migros mit 26 Punkten.
Als Ursache nennt Geoquality.ai unter anderem eine bessere technische Aufbereitung der Websites. KI-Systeme würden nicht nur Bekanntheit berücksichtigen, sondern seien auf strukturierte Daten und maschinenlesbare Inhalte angewiesen. Fehlen diese oder sind sie nur unzureichend vorhanden, sinke die Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte in KI-generierten Antworten berücksichtigt werden.
Bot-Schutz erschwert Zugriff
Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft den Zugriff von KI-Crawlern auf Unternehmenswebsites. Sieben der untersuchten Domains blockieren entsprechende Bots laut Geoquality.ai gezielt. Darüber hinaus sollen rund 40 weitere grosse Marken durch allgemeine Bot-Schutzmechanismen für KI-Systeme nur eingeschränkt erreichbar sein. Dazu zählen laut Studie Unternehmen aus dem Detailhandel, der Versicherungs- und der Finanzbranche.
Ursache seien laut Untersuchung nicht gezielte Blockaden, sondern allgemeine Schutzmechanismen gegen automatisierte Zugriffe, wie sie etwa bei Sicherheitslösungen von Drittanbietern zum Einsatz kommen. Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren kann dies dazu führen, dass Inhalte dieser Unternehmen seltener in KI-Antworten erscheinen. Ob die Einschränkungen bewusst in Kauf genommen werden oder unbeabsichtigt durch Sicherheitslösungen entstehen, lasse sich allerdings nicht abschliessend beurteilen.