Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) will die Voraussetzungen für den "öffentlichen Verkehr der Zukunft" schaffen, wie sie mitteilt. Die zum Zürcher S-Bahn-Verbund gehörende Bahn plant, in den kommenden Jahren ihre Bahntechnologie umfassend zu erneuern und schrittweise neue digitale Systeme für Betrieb, Steuerung und Sicherung des Bahnverkehrs einzuführen. 2025 nutzten rund 27 Millionen Fahrgäste die Verkehrsmittel der SZU.
Die bestehenden Leit- und Sicherungsanlagen würden in den kommenden Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und müssen erneuert werden. Die SZU werde diese Erneuerung für einen umfassenden Digitalisierungsschritt im Rahmen der ERTMS-Strategie des Bundes (European Rail Traffic Management System) nutzen.
Ortsfeste Signale entfallen
"Damit legt die SZU das wichtige Fundament für eine nachhaltige Digitalisierung der Bahn. Dabei werden nicht nur die Sicherungsanlagen modernisiert, sondern auch Leittechnik, Zugkommunikation, Verkehrssteuerung, Fahrzeuge sowie weitere betriebliche Umsysteme schrittweise erneuert und aufeinander abgestimmt", so die Mitteilung.
Kern des Vorhabens ist die Einführung der Führerstandsignalisierung mit ETCS Level 2 – ETCS ist das europäische Zugsicherungssystem. Dabei würden die Fahrinformationen laufend über den digitalen Bahnfunk an den Zug übermittelt und dem Lokpersonal auf einem Bildschirm angezeigt. Das System überwache gleichzeitig die Geschwindigkeit des Zuges und greife ein, wenn die zulässige Geschwindigkeit überschritten wird. Die ortsfesten Signale entlang der Strecke könnten dadurch entfallen.
Modellprojekt für die SBB
Die SZU setzen das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit den SBB um. Mitte September 2026 sei hierzu ein Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnet worden. SZU und SBB wollen gemeinsam die technische Gesamtarchitektur aufbauen und die verschiedenen Systeme aufeinander abstimmen.
"Das Netz der SZU bietet ideale Voraussetzungen, um neue Technologien unter realen Bedingungen einzuführen und weiterzuentwickeln", betont das Unternehmen. "Unterschiedliche betriebliche Anforderungen und zahlreiche technische Besonderheiten ermöglichen es, neue Lösungen gemeinsam mit Bahnen und Industriepartnern zu erproben und schrittweise auf dem gesamten SZU-Netz einzusetzen." Die gewonnenen Erkenntnisse könnten dann aktiv von den anderen Bahnen für ihre Digitalisierungsprojekte genutzt werden.