Nicht einmal jeder zehnte Schweizer lässt sein Mobiltelefon reparieren oder kauft ein gebrauchtes Gerät. Im Schnitt wird laut einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) alle 3 Jahre ein neues Smartphone angeschafft.
Konkret besitzen bloss 7% der Schweizer Bevölkerung ein gebrauchtes Gerät. Ebenfalls 7% haben es irgendwann reparieren lassen.
Lieber neu
Meist erfolgt der Kauf eines neuen Smartphones, obwohl das alte Mobiltelefon noch einwandfrei funktioniert oder repariert werden könnte, heisst es in der Analyse der ZHAW. Nur 30% der Befragten sagten, ihr altes Gerät sei nicht mehr reparierbar gewesen. Rund ein Viertel gab an, dass sie ein besseres Modell haben oder das alte, defekte Gerät nicht reparieren wollten. 20% konnten wegen Software-Updates wichtige Funktionen nicht mehr nutzen.
Von denen, die sich für ein neues Gerät entschieden hatten, befürchteten zwei Drittel, dass ein gebrauchtes Gerät eine geringere Lebensdauer haben oder technisch unterlegen sein könnte.
Die ZHAW-Studie "Lifesaving - extending service life" wurde den Angaben nach im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Lebensdauerverlängerung von Mobilgeräten des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt. Das Forschungsteam der ZHAW hat dazu Ende 2020 eine repräsentative Befragung mit rund 1400 Personen durchgeführt.
Richtig laden
Um die Gebrauchsdauer eines Smartphones zu verlängern, empfehlen die Studienautoren, den Ladestand von Lithium-Ionen-Akkus nicht unter 20% fallen zu lassen und sie nicht über 80% zu laden. Am besten lade man die Geräte mit einem langsamen Ladegerät bei einer Temperatur zwischen 15 und 35 Grad Celsius.
Die ZHAW-Experten weisen zudem darauf hin, dass 50% bis 90% der klimaschädlichen Emissionen im gesamten Lebenszyklus eines Mobiltelefons auf die Phasen ausserhalb der Nutzung fielen und hauptsächlich die Produktion betreffen würden. Sprich: Der Neukauf verursacht den allergrössten Teil der Emissionen, nicht die Nutzung.