US-Regierung wirft Microsoft aus Visa-Programm raus

9. Oktober 2026 um 08:48
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Satya Nadella. Foto: Microsoft

Ohne das Visa-Programm hätte Satya Nadella nie Microsoft-Chef werden können.

Die US-Regierung schliesst den Software-Riesen Microsoft vom Visa-Verfahren aus, das qualifizierten ausländischen Fachkräften die Einwanderung in die USA ermöglicht. Der Grund: Die Regierung von Präsident Donald Trump wirft Microsoft Missbrauch des Verfahrens vor.
Im vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6000 US-amerikanische Beschäftigte entlassen und zugleich von 6300 Mitarbeitenden aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte Vizepräsident J. D. Vance vor den Medien in Washington.
Nach mehrfacher Verlängerung der H-1B-Visa können Unternehmen für Mitarbeitenden ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in US-amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella hielt in den 1990er-Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google-Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump kritisiert das System jedoch schon seit langem, da es amerikanische Arbeitnehmende benachteilige, die durch Ausländer ersetzt würden. Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen Fällen nicht genug Spezialistinnen und Spezialisten gebe.

Auch andere Firmen betroffen

Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, behauptete Vance. Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling. Genauso gehe die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie Adobe vor.
Microsoft betonte in einer Reaktion, dass es bei 80% der im vergangenen Geschäftsjahr eingereichten rund 6000 H-1B-Anträgen darum gegangen sei, den Status bestehender Mitarbeitenden zu verändern oder zu verlängern. Auch die restlichen Anträge seien für Menschen gewesen, die sich bereits legal in den USA aufgehalten, aber nicht für Microsoft gearbeitet hätten. Zugleich hiess es, dass ausländische Mitarbeitende genauso gut bezahlt würden wie ihre Kollegen aus den USA.

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