USB-C wird 2024 definitiv zum EU-Standard für Ladekabel

7. Juni 2022 um 14:57
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USB-C hat sich durchgesetzt. Foto: Markus Winkler / Unsplash

Wenn es nach der EU geht, gibt es bald ein einheitliches Ladekabel für viele verschiedene elektronische Kleingeräte und etwas später auch für Laptops.

Handys und weitere Elektrogeräte müssen in der EU ab Mitte 2024 über eine einheitliche Ladebuchse verfügen. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich auf USB-C als Standard für Ladebuchsen geeinigt. Den Angaben zufolge gilt die Regelung etwa für Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörer und tragbare Lautsprecher. Die Einigung wurde auch von der französischen Ratspräsidentschaft bestätigt.
Zudem hat das Parlament in den Verhandlungen auch durchsetzen können, dass beispielsweise Laptops, E-Reader, Tastaturen und Mäuse, Navigationsgeräte, Smartwatches und elektronisches Spielzeug miteinbezogen werden, solange die Geräte gross genug für einen entsprechenden Anschluss sind. Eine Ausnahme sollen dabei die Laptops bilden, bei denen wohl eine längere Übergangsfrist für die Umstellung gelten wird. Auch soll es künftig möglich sein, Geräte, Ladeadapter und das dazugehörige Kabel separat zu erwerben.

Lange Suche nach Standard

Die EU-Staaten erreichten in den Verhandlungen, dass das neue Gesetz erst ab Mitte 2024 gilt. Das Parlament hat sich gewünscht, dass die Regeln früher in Kraft treten. Sowohl die EU-Länder als auch das Europaparlament müssen der Einigung noch zustimmen. Das gilt allerdings als Formsache.
Um gesetzliche Vorgaben für Ladekabel wird schon lange gestritten. Vor mehr als 10 Jahren brachte die Kommission die Ladekabel-Frage erstmals auf den Plan. 14 Hersteller – unter ihnen auch Apple – einigten sich damals in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile. Die herstellerabhängigen Buchsen auf der Seite der Smartphones und Tablets blieben allerdings noch so wie sie waren.
Angaben der EU-Kommission zufolge könnten durch die neue Regelung knapp 1000 Tonnen Elektroschrott eingespart werden. Derzeit fielen jährlich geschätzt 11'000 Tonnen Elektroabfall durch entsorgte und nicht benutzte Ladegeräte an. Kritiker befürchten jedoch, dass der Ansatz der EU ins Leere laufen könnte, da alte Ladegeräte nicht mehr genutzt werden könnten oder sich gar andere Standards durchsetzen, wie zum Beispiel die kabellose Aufladung.

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