Auf Limerwire sollen zukünftig auch Live-Aufnahmen als NFT gehandelt werden. Foto: Lachy Spratt / Unsplash
Im Jahr 2000 ging der Dienst Limewire online und war berühmt wie auch berüchtigt. 2010 wurde er eingestellt. Nun soll ein Comeback erfolgen – mit neuen Inhalten.
Zu Beginn dieses Jahrhunderts und nach dem Ende von Napster war Limewire zwischenzeitlich der beliebteste und bekannteste Ort für Peer-to-Peer-Filesharing, wo Musik-Files, Filme, Dokumente und mehr getauscht wurden. Nach Klagen der Recording Industry Association of America wegen Musikpiraterie untersagte ein US-Gerichtsurteil im Oktober 2010 die Verbreitung und Wartung der Software. Darauf ging Limewire vom Netz.
Das alte Limewire-Logo.
Zu seinen Hochzeiten soll der Dienst 50 Millionen monatliche Nutzer verzeichnet haben. Diese fanden nach dem Ende neue Heimaten auf Torrent-Websites und später bei legalen Streaming-Diensten. Und der Name Limewire tauchte höchstens noch in nostalgischen Diskussionen auf. Bis jetzt.
Die Domain limewire.com ist wieder online und soll im Mai 2022 mit neuen Inhalten starten. Geplant ist ein Marktplatz für Non-Fungible Tokens (NFT), der sich anfänglich vor allem auf Musik konzentrieren soll. Musikfans und Sammler sollen eine Vielzahl von musikbezogenen Assets kaufen und handeln können, wie zum Beispiel limitierte Editionen, unveröffentlichte Demos, Grafiken, exklusive Live-Versionen und digitale Waren.
Das neue Limewire-Logo.
Hinter dem neuen Limewire stehen die österreichischen Brüder Julian und Paul Zehetmayr. Diese hatten 2021 die Namensrechte, das geistige Eigentum und andere Vermögenswerte von Limewire erworben. "Wir wollen mit viel Moderation und Kuration kleinen, mittleren und grossen Künstlern die Tore öffnen", erklärte Limewire gegenüber 'Reuters'.
Es sei geplant, bis zu 90% der Einnahmen an die Künstlerinnen und Künstler abzugeben und innerhalb des ersten Jahres eine Million User an Bord zu holen. Für das Startup wollen sie zusätzliches Kapital durch die Einführung eines Limewire-Tokens beschaffen und haben auch einen Beirat gegründet, in dem unter anderem Tareef Michael, Manager des Wu-Tang Clans, sitzt.