Die Kantonspolizei von Basel-Stadt soll digital aufgerüstet werden. Sie soll ein Virtual-Reality-System (VR) für die Übung von komplexen Szenarien erhalten. Die Polizei könne damit realistische Übungen auf einer Fläche von 20 mal 10 Meter durchführen, heisst es in einer Mitteilung des Regierungsrates des Kantons. Er beantragt beim Parlament dafür einen 2,6 Millionen Franken Kredit.
Neben dem Wegfall der zeitintensiven Anfahrtswege für die Instrukteurinnen und Instruktoren sowie für die Teilnehmenden profitiere die Kantonspolizei von einer intensiveren und praxisnäheren Ausbildung, argumentiert die Regierung. Das VR-System wird etwa originalgetreue Darstellungen von Topographie und Infrastruktur erzeugen. Es geht unter anderem um Schiess- und Pfefferspraytraining, Katastrophenszenarien, taktische Einsätze und medizinische Notfälle.
Mit dem System würden nicht nur die Ausbildung verbessert, sondern auch die Attraktivität der Polizei als Arbeitgeber, so die Basler Regierung. In Basel-Stadt wird nun das Parlament beschliessen, ob das VR-System beschafft und betrieben werden darf. Den Betrieb des VR-Systems veranschlagt die Regierung auf 620'000 Franken pro Jahr.
Basel-Stadt steht mit dem Wunsch nach VR für die Polizei-Ausbildung nicht alleine. Die Beschaffung soll abgestimmt auf das im Sommer 2022 schweizweit lancierte Projekt "PolVR" der Polizeitechnik und -informatik Schweiz (PTI) unternommen werden. Noch in diesem Jahr sollen für alle Polizeikorps, das Bundesamt für Polizei, das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit Verträge für VR-Systeme ausgeschrieben werden.
"Somit werden sich VR-Systeme als Trainingsverfahren spätestens 2024/2025 bei der polizeilichen Aus- und Weiterbildung etablieren", heisst es im
Ratschlag (PDF) der Basler Regierung. An einigen Orten wird aber bereits fleissig trainiert. Die Kantonspolizei Bern hat laut dem Dokument kürzlich 1300 Mitarbeitende mit VR geschult, in Zürich werden ebenfalls 1400 Polizistinnen und Polizisten mit der Technologie ausgebildet