392 Millionen Franken für die Digitalisierung des Gesundheitswesens

23. November 2023 um 11:16
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Der Bundesrat will mit der digitalen Transformation der Gesund­heits­branche vorwärtsmachen. Dafür sollen Systeme und Prozesse besser aufeinander abgestimmt werden.

Mit einem Millionen-Projekt will der Bundesrat in den nächsten 10 Jahren die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen. Damit dies gelingt, sind alle Akteure gefordert. "Ja, wir müssen aufholen", sagte Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), vor den Medien in Bern.
Zwar arbeiteten die Spitäler und Arztpraxen seit langem digital, jedoch mit unterschiedlichen Programmen. "Sie sprechen nicht die gleiche Sprache." Viele Daten müssten deshalb mehrfach erfasst werden – eine Fehlerquelle, die eliminiert werden müsse.
Abhilfe schaffen soll das Programm Digisanté zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Dieses hat der Bundesrat am 22. November verabschiedet und die Botschaft über einen entsprechenden Verpflichtungskredit im Umfang von 392 Millionen Franken im Zeitraum 2025 bis 2034 an das Parlament überwiesen. "Ein wichtiger Entscheid", wie Lévy betonte.

Service public fürs Gesundheitswesen

Ziel des Programms ist es, Systeme und Prozesse im Gesundheitswesen besser aufeinander abzustimmen. Der Bund will mit dem Geld gesundheitsbezogene Behördendienstleistungen wie Register, Meldesysteme oder Informations­platt­formen durchgängig digitalisieren und sicherstellen, dass diese mit anderen IT-Systemen kompatibel sind.
Es gehe um eine bessere Vernetzung, damit alle Daten digital abrufbar seien, sagte Lévy. Das Vorhaben sei "sehr komplex", deshalb die lange Umsetzungs­phase von 10 Jahren. Alle beteiligten Akteure – darunter auch die Kantone und Leistungserbringer – seien gefordert. Der Bund habe eine wichtige koordinative Rolle und sorge für Investitionssicherheit in Bereichen, in denen es keinen Markt gebe.
Ferner soll die Weiterverwendung und Verknüpfung von Gesundheitsdaten ausgebaut werden, wie Georges-Simon Ulrich, Direktor des Bundesamts für Statistik (BFS), betonte. Automatisierte Datenabfragen bei Leistungs­er­bringern müssen systematisiert werden. Lévy fasste zusammen: "Wir wollen einen Service public fürs Gesundheitswesen schaffen."

Zahlreiche Bereiche betroffen

Digisanté umfasst insgesamt 50 Teilprojekte in 4 Paketen. Sie reichen von Rechtssetzungsvorhaben über Softwareentwicklung bis hin zur Entwicklung von nationalen Standards.
Ein Beispiel im Bereich Infrastruktur ist der Aufbau des Spitalregisters, das sämtliche Spitäler erfassen soll. Dieses soll die Grundlage für die Daten­erhebungen des Bundes sein und unter anderem die Spitalplanung und die Umsetzung des Elektronischen Patientendossiers (EPD) unterstützen. Die Plattform für die Überwachung und Meldung übertragbarer Krankheiten soll zudem bestehende Systeme ablösen.
Im Paket Datennutzung soll ein Kompetenzzentrum für nationale Krebs­auswertungen geschaffen werden. Forschende sollen sicheren Zugang zu den Krebsinformationen und -daten erhalten, die auch mit Drittdaten verknüpft werden können. So soll die Entwicklung von Krebserkrankungen umfassender analysiert werden können.

Digitalisierungsschub erwartet

Die Kosten für die Massnahmenpakete lassen sich laut Lévy zwar nicht bis auf den letzten Franken berechnen. Jedoch sei sie überzeugt, dass nun genügend Geld und Personal für einen Digitalisierungsschub zur Verfügung stehe.
Die ebenfalls in der Verantwortung stehenden Kantone und Leistungs­erbringer seien motiviert, ihren Beitrag zum Projekterfolg beizutragen, so Lévy. "Wir spüren die Unterstützung fürs Programm."
Die digitale Transformation im Gesundheitswesen soll laut der BAG-Direktorin zu mehr Qualität, insbesondere für die Patientinnen und Patienten führen, aber auch zu mehr Effizienz, mehr Transparenz und einer erhöhten Patientensicherheit. Im Zentrum stehe der Nutzen für die Bevölkerung, für die Gesundheitsfachpersonen und für die Unternehmen und Organisationen des Gesundheitswesens.

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