Acronis-Besitzer gibt seiner Schaffhauser Privat-Uni neuen Namen

30. November 2022 um 13:20
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Milliardär und Acronis-Besitzer Serguei Beloussov nennt sich selbst Serg Bell. Foto: zVg

Das Schaffhausen Institute of Technology heisst neu Constructor Group. Unter dem neuen Namen finanziert Gründer Serguei Beloussov einen Lehrstuhl an der Uni Genf.

Im Jahr 2019 gründete Acronis-Besitzer Serguei Beloussov das Schaffhausen Institute of Technology (SIT). Nach eigenen Angaben ist das Umfeld der Privatuni des Milliardärs rasch gewachsen. Zur Organisation gehören mittlerweile auch die Jacobs Universität in Bremen, genauso wie 700 Mitarbeitende, verteilt auf Büros in 9 Ländern, und über 1800 Studentinnen und Studenten, wie das Institut selbst mitteilt.
Am Standort Schaffhausen will Beloussov Grosses schaffen. Wie Anfang Jahr mitgeteilt wurde, sollen bis 2030 am Hauptcampus 2500 Personen studieren und am angeschlossenen Forschungszentrum 250 Startups arbeiten.

Constructor Gruppe wird zur dominanten Marke

Passiert ist davon bis heute nicht viel. Das soll sich jetzt ändern: Das SIT, wie auch die Uni in Bremen, ändern ihre Markennamen und treten fortan als Constructor Group auf. Ziel sei es, Forschungskapazitäten und Lösungen für Bildung und Forschung zu schaffen, heisst es in der Mitteilung wenig konkret.
Beloussov ist also nicht mehr nur der Gründer des Security-Anbieter Acronis, sondern auch Gründer der Constructor-Gruppe. Im gleichen Zug erhöht er deren Finanzierung auf über 100 Millionen Euro, wie es in der Mitteilung heisst. Das Geld dürfte grösstenteils aus seinem eigenen Sack stammen. Zumindest sagte er im Februar 2020 gegenüber der 'NZZ', dass er etwa hundert Millionen seines Privatvermögens investiere. Aber er sei zuversichtlich, dass das Geld zurückfliesse.

Beloussov finanziert ein Labor und einen Lehrstuhl an der Uni Genf

Die Constructor-Gruppe betont in der Mitteilung Partnerschaften mit Universitäten wie Carnegie Mellon, der National University of Singapore, wo Beloussov seinen Wohnsitz hat, und der Universität Genf.
Zusammen mit Letzterer kündigt Constructor heute die Schaffung eines gemeinsamen Lehrstuhls für Quantenkommunikation an. Dieser werde an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung im Bereich der Quantenphysik angesiedelt sein.
"Constructor trägt 50% der Betriebskosten", teilt das Unternehmen mit. Zusätzlich stellt die Gruppe 1,5 Millionen Franken zur Verfügung, um ein neues Labor für die Aktivitäten des Lehrstuhls zu finanzieren. Die Zusammenarbeit sei auf 10 Jahre festgelegt, teilen die neuen Partner gemeinsam mit. In den kommenden Jahren sollen weitere spezifische Lehrstühle für Quantenphysik finanziert werden, verspricht Constructor.

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