Auch Meta-KI hackte sich in fremdes System

6. August 2026 um 13:57
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Illustration: Pham Nhat / Unsplash+

Eine Fehlkonfiguration ermöglichte es der KI von Meta, eine Schwachstelle in einem anderen Unternehmen auszunutzen. Der Vorfall ist der jüngste einer Reihe ähnlicher Sicherheitsprobleme bei KI-Tests.

Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic muss auch der Facebook-Konzern Meta einräumen, dass seine KI-Software sich in Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat.
Ähnlich wie bei einigen Vorfällen der beiden Rivalen lag das Problem auch hier in einer Fehlkonfiguration des Systems bei demselben Testpartner, wie Meta unter anderem dem Sender 'CNN' mitteilte. Durch die falsche Einstellung hatten die KI-Modelle Zugang zum Internet – was eigentlich gar nicht vorgesehen war.
Meta machte keine Angaben zu dem Unternehmen, in dessen Systeme die KI des Konzerns durch die Ausnutzung einer Schwachstelle eindrang. Der Facebook-Konzern erfuhr von dem Zwischenfall nach eigenen Angaben durch eine Mitteilung des Testpartners.

Nicht der erste Vorfall

Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI war bei einem Test ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma, der Plattform Hugging Face, eingedrungen. Das hatte den Rivalen Anthropic veranlasst, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Zudem stellten britische Sicherheitsforscher Cyberattacken durch KI von Anthropic und OpenAI fest, denen sie in ihren Versuchen ungehinderten Zugang zum Internet gewährt hatten.
In den behandelten Fällen kam es nach Angaben der Hersteller zu keinen flächendeckenden Netzwerkausfällen oder grossflächigem Datendiebstahl bei Endkunden. Die Vorfälle wurden grösstenteils in kontrollierten Testumgebungen oder frühzeitig bemerkt. Der eigentliche Schaden liegt im Vertrauensverlust und in der Erkenntnis, dass die Sicherheitsbarrieren der Hersteller bislang nicht lückenlos funktionieren.

Möglicher PR-Stunt

Hinter dem öffentlichen Eingeständnis der Vorfälle könnte neben Transparenz auch kühles PR-Kalkül und geschicktes Marketing stehen, sagt der IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer. "Das gehört wohl auch zur Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang mit dazu." Dass Meta den Vorfall ausgerechnet am Tag der Präsentation seines neuesten KI-Modells einräumte, dürfte daher kein Zufall sein.
Nicht nur Fischer vermutet: Das Thema dient als indirekte Eigenwerbung. Die Botschaft an den Markt lautet unterschwellig, dass die eigene KI mittlerweile so leistungsfähig ist, dass sie selbst komplexe IT-Systeme überlisten kann. Daneben könnten auch der Druck von Aufsichtsbehörden und drohende Berichtspflichten eine Rolle spielen.

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