Auch zwei Wochen nach Cyberangriff bleiben Schweizer Sixt-Telefone unerreichbar

16. Mai 2022 um 12:59
  • security
  • cyberangriff
  • transport
  • international
  • Sixt
image
Foto: Sixt SE

Der Autovermieter meldete Anfang Mai, er habe die Sache im Griff. Doch nach wie vor scheinen nicht alle Probleme behoben zu sein.

Anfang Mai meldete der Autovermieter Sixt, man habe am 29. April einen Cyberangriff festgestellt. Website und App würden funktionieren, nicht aber die Telefonie. Man habe den Angriff frühzeitig eindämmen können, betonte das Unternehmen. Doch auch zwei Wochen später scheinen nicht alle Probleme behoben zu sein, wie zuerst der 'Spiegel' (Paywall) berichtete.
In deutschen Filialen dürften Sixt-Mitarbeitende nur Kreditarten-Zahlungen akzeptieren, EC-Karten könnten nicht entgegengenommen werden, so das Nachrichtenmagazin. In den Filialen würde darauf hingewiesen, dass aufgrund eines Hackerangriffs nach wie vor IT-Probleme bestehen würden. Auch Online-Formulare könnten nicht direkt am Schalter ausgefüllt werden.

0848er-Nummer mit stets gleicher Bandansage

Auf Anfrage des 'Spiegels' erklärte Sixt am 13. Mai: "Wir sind schon fast wieder im Normalbetrieb und werden diesen spätestens nächste Woche erreichen." Die Hotline werde ab dem Wochenende wieder erreichbar sein.
Doch wie ein Testanruf von inside-it.ch heute Montagmittag, 16. Mai, zeigte, läuft auf der Schweizer 0848er-Servicenummer von Sixt immer noch eine Bandansage: "Liebe Sixt-Kunden, aufgrund technischer Probleme sind unsere Kunden-Hotline und unsere Kunden-Service-E-Mail-Adressen kurzfristig nicht erreichbar."

Offenbar längere Auswirkungen als angegeben

In Deutschland ist laut 'Spiegel' aktuell bei gewissen Sixt-Nummern nicht einmal eine Bandansage zu hören, sondern: "Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben." Bei Sixt erklärt man: "Per E-Mail sind wir im Call Center erreichbar. Da wir schon seit Jahren und nicht zuletzt seit Launch der Sixt-App alle Service-Themen auch digital anbieten und der überwiegende Anteil der Anfragen über diese Kanäle kommt, haben wir diesen Kanälen die höchste Priorität eingeräumt. Diese sind bereits seit dem ersten Tag (des Angriffs) verfügbar."
Gemäss den internen Sicherheitsprotokollen habe man "aus Vorsichtsgründen" die Zugriffe auf bestimmte Systeme reduziert, so Sixt. Dazu würden unter anderem die Telefoniesysteme in den Call Centern gehören. Doch wie die anhaltenden Probleme zeigen, dürfte der Cyberangriff nicht so rasch eingedämmt worden sein, wie das Unternehmen am 1. Mai verkündet hatte. Um welche Art von Angriff es sich handelte, dazu macht Sixt bis jetzt keine Angaben.

Loading

Mehr zum Thema

image

Strafverfolger schalten Geldwäschedienst für Ransomware ab

Internationale Behörden unter Beteiligung des Fedpols haben die Plattform "AudiA6" zerschlagen. Über diese wurden Millionen in Kryptowährungen gewaschen.

publiziert am 12.6.2026
image

Github verschärft npm-Sicherheitsstandards

Künftig werden Installationsskripte sowie bestimmte Abhängigkeiten standardmässig blockiert und nur noch nach expliziter Freigabe ausgeführt.

publiziert am 11.6.2026
image

Servicenow meldet Sicherheitsproblem

Der Softwarekonzern hat eine Sicherheitslücke in seiner Cloud-Plattform geschlossen. Zuvor war ein unautorisierter Zugriff auf Servicenow-Instanzen möglich gewesen.

publiziert am 10.6.2026
image

Anthropic lanciert Claude Fable 5 für alle Nutzer

Parallel dazu startet mit Claude Mythos 5 eine Variante mit erweiterten Cybersecurity-Fähigkeiten, die zunächst nur ausgewählten Organisationen zugänglich ist.

publiziert am 10.6.2026