Seit dem heutigen Mittwochmorgen befördert ein autonomer Bus bis zu 19 Passagiere durch die Stadt Arbon. Wie es in einer Mitteilung der Technischen Gesellschaft Arbon heisst, seien die Fahrten im "Artour" kostenlos und dauern je nach Verkehrsaufkommen zwischen 15 und 20 Minuten. Der Bus fahre mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern.
Im Rahmen eines vom Bundesamt für Verkehr (BAV) und dem Bundesamt für Strassen (Astra) bewilligten Pilotprojekts war der Bus seit August noch ohne Passagiere unterwegs. Nun müssten sich die Passagiere während der Fahrt hinsetzen und anschnallen, erklärt die Gesellschaft. Die Fahrten würden vorerst von einem Chauffeur und anfangs auch von einem Ingenieur begleitet. Er überwache im Auftrag des Software-Lieferanten Adastec die Fahrzeugsteuerung.
Ab 2027 ohne Chauffeur
Der Passagiertransport ist laut Technischer Gesellschaft Arbon eine nächste Etappe auf dem Weg zum autonomen Betrieb des Linienbusses. Nach erfolgreichem fahrplanmässigem Betrieb mit Sicherheitsfahrer werde in einer nächsten Phase die Fernüberwachung und die Fernsteuerung eingerichtet. Dann werde das Fahrzeug bei Bedarf durch Teleoperation aus einem Kontrollraum heraus unterstützt. Der Betreiber rechnet damit, dass im Laufe des Jahres 2027 der Bus ohne Personal an Bord seinen Kurs fahren kann, wie Projektleiter Hansueli Bruderer der Nachrichtenagentur 'Keystone SDA' erklärte.
Das Projekt eines selbstfahrenden Buses wurde 2019 von der Technischen Gesellschaft Arbon gestartet. Das Fahrzeug vom türkischen Hersteller Arsan läuft mit Software des ebenfalls türkischen Anbieters Adastec. Die Kosten für das Vorhaben beziffert die Gesellschaft auf rund 3,5 Millionen Franken, wobei der Kanton Thurgau einen massgeblichen finanziellen Anteil leistet. Weitere Partner seien Arbon Energie, Eurobus Ostschweiz und die Stadt Arbon.