Auf den Strassen der Stadt Bern verkehrt neu ein autonomes Lieferfahrzeug ohne eine Fahrerin oder einen Fahrer hinter dem Lenkrad. Bei "Mathilde" handelt es sich um ein Projekt des Startups Loxo und des Transportunternehmens Planzer, die damit die Stufe vier des hochautomatisierten Fahrens testen, wie beide Firmen mitteilen.
Der Lieferwagen "Mathilde" sei bereits seit Herbst 2024 in Bern unterwegs, bis anhin auf der "bedingt automatisierten" Stufe drei des autonomen Fahrens. In den vergangenen Monaten wurde Mathilde den Angaben zufolge im realen Betrieb getestet: in komplexen Verkehrssituationen, unter wechselnden Wetterbedingungen und im Zusammenspiel mit bestehenden Logistikprozessen. Die Tests seien die Grundlage dafür gewesen, dass die Projektpartner nun vom Bundesamt für Strassen (Astra) die Bewilligung für den definierten Einsatzbereich in Bern bekamen. Die Fahrten werden nun nur noch aus der Ferne überwacht, während ein Sicherheitspassagier auf dem Beifahrersitz als Rückfalllösung dient.
Die autonom befahrene Strecke verbinde das Planzer Bahncenter beim Güterbahnhof Bern mit mehreren zentrumsnahen Umschlagspunkten. Dort werden standardisierte Warenboxen ausgetauscht. Anschliessend übernehmen Zustellfahrerinnen und Zustellfahrer die Pakete und liefern sie mit ihren Zustellkleinfahrzeugen auf der letzten Meile in der Berner Innenstadt aus, heisst es in der Mitteilung. Planzer will so Transporte bündeln, Standzeiten reduzieren und innerstädtische Fahrten gezielt minimieren können.
Das Startup und das Transportunternehmen sehen in dem hochautomatisierten Betrieb einen Meilenstein für die Gütermobilität in der Schweiz und Europa. "Mit diesem Schritt zeigen wir, dass automatisierte Fahrzeuge nicht nur technologisch funktionieren, sondern sich auch in reale Logistikprozesse integrieren lassen. Genau darin liegt der entscheidende Fortschritt – und das Potenzial für die Zukunft der urbanen Gütermobilität", sagt der CEO von Planzer Transport, Nils Planzer, in der Mitteilung.