Bakom: Antennen senden bei 5G weniger Funksignale

19. Dezember 2022, 12:47
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Messung bei einer Salt-Antenne. Foto: Bakom

Das Bundesamt hat bei 3 Mobilfunkanlagen von Swisscom, Sunrise und Salt gemessen, wie sich die Feldstärken bei konventionellen und adaptiven Antennen unterscheiden.

Mit Einführung von 5G werden seit April 2019 in der Schweiz Mobil­funk­anlagen um adaptive Antennen erweitert. Diese senden Nutzsignale spezifisch in Richtung des entsprechenden Endgerätes, während konventionelle Antennen Mobilfunkdaten in das gesamte Versorgungsgebiet senden. Vom Herbst 2021 bis Frühling 2022 hat das Bakom eine Studie "Elektrische Feldstärken im Wirkbereich von Mobilfunkantennen" durchgeführt, mit dem Ziel, die ankommenden Funksignale in Innen- und Aussenräumen punktuell zu messen.
Die Messungen würden Aufschlüsse über die Aussendungseigenschaften der adaptiven und der konventionellen Antennen geben und die kombinierte Gesamtfeldstärke im Wirkbereich der Antennen zeigen, schreibt das Bun­des­amt. Untersucht wurden 3 Mobilfunkanlagen von Swisscom, Sunrise und Salt, "welche aktuell mit beiden Antennentechnologien bewilligt sind und so betrieben werden".
In den Schlussfolgerungen des Berichts (PDF) heisst es, bei konventionellen Antennen erhöhe sich bei der Übertragung von Nutzdaten die Feldstärke im gesamten Wirkbereich der Antenne unabhängig davon, wo sich der Empfänger befindet. "Bei adaptiven Antennen hingegen werden Funksignale nur beim Empfänger und in seiner unmittelbaren Umgebung festgestellt." Im übrigen Wirkbereich erhöhe sich die elektrische Feldstärke während der Datenübertragung nicht.
"Bei der Gesamtbetrachtung der drei Mobilfunkanlagen sind die gemessenen Funksignale der adaptiven Antennen im Mittel deutlich kleiner als diejenigen der konventionellen Antennen", so das Bundesamt für Kommunikation.
Nicht nur das Bakom beschäftigt sich mit möglichen Auswirkungen von 5G und neuen Antennen. Auch das Bundesamt für Umwelt befasst sich mit der NIS-Strahlung. In einer kürzlich publizierten Ausschreibung werden dazu Forschungsprojekte gesucht. Deren Ergebnisse sollen "zur Klärung der Auswirkungen von NIS auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt beitragen", wie uns das Bafu erklärte.

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