Bandenwerbung gegen Cyberdefense

7. Oktober 2022 um 05:56
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Zupacken, bevor der Bösewicht entwischt. Im virtuellen Raum hilft YB dabei Acronis. Foto: Keystone

Seit diesem Jahr verteidigt der BSC Young Boys mit Acronis gegen Cyberangreifer. Der Anbieter setzt vermehrt auf Sportvereine als Zugpferde und bezahlt YB für den Einsatz der Produkte.

Verteidigung ist für den 15-maligen Schweizer Meister BSC YB zwar auch auf dem Fussballplatz wichtig, aber immer öfter auch im virtuellen Raum. "Cyberattacken auf uns finden statt, immer wieder", sagt Reto Steffen, Chief Digital Officer des Vereins. Geschützt werden müssten einerseits die persönlichen Daten von Fans, Spielern und Mitarbeitenden, aber andererseits auch wichtige Systeme wie Ticketing oder Merchandising, so Steffen.
Die Berner Young Boys setzen dabei zusätzlich zur Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner Smart Dynamics auf die Services von Acronis. Wie das zustande kam, darin sind sich YB und Acronis nicht ganz einig: "Acronis ist auf uns zugekommen", sagt Steffen. Cyril Schmid, Schweiz-Chef bei Acronis, sieht es umgekehrt: "YB hat uns kontaktiert, zunächst wegen eines möglichen Sponsorings."

20% fliesst in Cash an YB, 80% in Form von Werbeflächen

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Reto Steffen, Digitalchef von YB
So oder so fliesst kein Geld von YB zu Acronis. Der Sportclub ist Teil des "Team Up"-Programms des Herstellers, in dessen Rahmen Acronis gezielt nach Sportvereinen sucht, die attraktive Werbeträger für die Produkte sind. "Da wir kein Sponsoring machen, versuchen wir so, Sportvereine mit unseren Cybersecurity-Diensten zu unterstützen und etwas zurückzuerhalten", erklärt Schmid. Welches Volumen der Deal wert ist, will keines der beteiligten Unternehmen verraten. Reto Steffen von YB sagt nur: "Rund 20% des Volumens fliesst Cash in unsere Kassen, 80% stellen wir in Form von Werbeflächen zur Verfügung." Der Deal gilt laut Steffen zunächst für 3 Jahre, mit Option auf Verlängerung.
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Cyril Schmid, Schweiz-Chef von Acronis
YB ist der erste Schweizer Fussballverein, der mit Acronis zusammenarbeitet. Daneben ist der Handballverein Kadetten Schaffhausen, an dessen Ort Acronis seinen Hauptsitz hat, eine Zusammenarbeit mit dem Anbieter eingegangen. Wie uns Cyril Schmid erklärt, sucht Acronis aktiv nach Sportvereinen und will die Top-2 pro Land je Sportart für sich gewinnen, beispielsweise im Fussball, Rugby, E-Sport, Handball oder Eishockey. Werde ein Verein gefunden, würden die Modalitäten ausgehandelt und anschliessend ein lokaler Partner gesucht, der die Umsetzung übernimmt und damit quasi auch sämtliche Kosten trägt. "Es muss vom Partner und vom Sportclub her passen", sagt Schmid.

Wegen geopolitischer Situation genauer hinsehen

Im Falle der Zusammenarbeit mit YB ist der Berner Dienstleister Backup One dafür zuständig. Dieser hat den Auftrag CEO Tobias Undeutsch zufolge aus Loyalität als Berner Unternehmen zu YB übernommen und während der Projektphase zwei Techniker für je eine Woche dafür abgestellt. Der Aufwand sei überschaubar und problemlos machbar gewesen. Im Gegenzug erhält auch Backup One Präsenz im Stadion und anderen Werbeflächen YBs.
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Tobias Undeutsch, CEO Backup One
Ein lokaler Partner war auch Bedingung von YB. "Ohne einen Ansprechpartner vor Ort wären wir den Deal nicht eingegangen", sagt Reto Steffen. Weil man damit aber nicht viele Werbeeinnahmen generiere, habe man das Paket sehr detailliert analysiert. Angesprochen auf die aktuelle geopolitische Situation mit dem Krieg Russlands in der Ukraine sagt Steffen, dass er das Gesellschaftskonstrukt von Acronis nicht genau kenne. Beim Vertragsabschluss sei die Situation noch eine andere gewesen. "Heute würden wir noch kritischer hinsehen." Nicht wegen der Firma, sondern wegen der geopolitischen Situation. Da spiele es keine Rolle, ob es sich um ein chinesisches oder russisches Unternehmen handle.

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