CISA warnt vor Sharepoint-Lücke

12. August 2026 um 10:02
image
Foto: Rohit Choudhari / Unsplash+

Die betroffene Schwachstelle wird inzwischen mit Ransomware-Angriffen in Verbindung gebracht – womöglich auch mit dem Angriff auf das BIT.

Die Sicherheitslücke CVE-2026-45659 in Microsoft Sharepoint wird inzwischen auch von Ransomware-Gruppen ausgenutzt. Das geht aus einer Aktualisierung des "Known Exploited Vulnerabilities"-Katalogs (KEV) der US-amerikanischen Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hervor. Die Behörde hat die Schwachstelle nun ausdrücklich als Teil von Ransomware-Kampagnen eingestuft.
CVE-2026-45659 betrifft die Verarbeitung nicht vertrauenswürdiger Daten bei der Deserialisierung. Angreifer mit geringen Berechtigungen können die Schwachstelle ausnutzen, um beliebigen Code auf einem verwundbaren Sharepoint-Server auszuführen. Die Angriffe gelten zudem als vergleichsweise wenig komplex. Laut Microsoft sind keine umfangreichen Vorkenntnisse über das Zielsystem erforderlich.
Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei der Sharepoint-Lücke um genau jene Schwachstelle handelt, über die Cyberangriffe auf das Bundesamt für Informatik (BIT) und den Kanton Graubünden verübt wurden. Im Juli wurden neben CVE-2026-45659 noch vier weitere Schwachstellen für den Sharepoint-Server publiziert.

Hunderte Server weiterhin verwundbar

Die Gefahr ist nicht nur theoretischer Natur. Wie 'Bleeping Computer' berichtet, sind derzeit mehr als 8500 Microsoft-Sharepoint-Server öffentlich über das Internet erreichbar. Mehr als 200 davon sollen noch nicht gegen CVE-2026-45659 gepatcht sein.
Microsoft selbst hat seine Sicherheitsmeldung zur Schwachstelle bislang nicht dahingehend aktualisiert, dass eine Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt wird. Die Einstufung durch CISA zeigt jedoch, dass die Behörde inzwischen von einer Verwendung der Lücke durch Ransomware-Akteure ausgeht.
Betroffen sind Sharepoint Enterprise Server 2016, Sharepoint Server 2019 und Sharepoint Server Subscription Edition. Betreiber entsprechender Systeme sollten deshalb prüfen, ob die verfügbaren Sicherheitsupdates installiert sind und ob sich Hinweise auf eine mögliche Kompromittierung finden.

Loading

Mehr zum Thema

image

Schatten-IT wird zum Risikofaktor für Schweizer Unternehmen

Bei vier von fünf öffentlich bekannten Ransomware-Opfern fanden sich geschäftliche E-Mail-Adressen in Datenlecks.

publiziert am 13.10.2026
image

Tausende Schweizer Fortigate-Firewalls online erreichbar

Die Management-Konsolen von über 4000 Fortinet-Firewalls in der Schweiz sind aus dem Internet frei zugänglich und könnten zum Sicherheitsproblem werden.

publiziert am 12.10.2026
image

Universität Neuenburg sichert M365 bei Switch

Die Arbeitsdokumente der Mitarbeitenden und Studierenden der Universität Neuenburg werden unabhängig von Microsoft 365 in der Cloud der Stiftung Switch gesichert.

publiziert am 12.10.2026
image

Meldungen von Cybervorfällen beim Bund erreichen Rekordhoch

Beim Bundesamt für Cybersicherheit gingen innerhalb einer Woche 1587 freiwillige Meldungen ein – so viele wie seit mindestens Anfang 2025 nicht.

publiziert am 12.10.2026