Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4
Eine deutsche Sparkasse hat 15'000 USB-Sticks mit neuen Geschäftsbedingungen verschickt. Wenn das Schule macht, öffnet das Cyberkriminellen Tür und Tor.
Warum per E-Mail, wenns auch auf dem Postweg geht? Das haben sich vielleicht die Verantwortlichen einer Sparkasse im norddeutschen Bremen auch gedacht, als sie ihre Geschäftskundschaft auf neue Geschäftsbedingungen (AGB) aufmerksam machen wollten.
Wie die lokale 'Kreiszeitung' berichtet, hat das Finanzinstitut tatsächlich 15'000 USB-Sticks in ein Couvert gesteckt. Dazu die Mitteilung: "Unsere Preis- und Leistungsverzeichnis, unsere AGB sowie weitere Bedingungen, die zum 1.5.2024 wirksam werden, finden Sie auf dem USB-Stick." Auf Reddit ist ein entsprechender Screenshot aufgetaucht, der das Schreiben und den USB-Stick zeigt.
Quelle: Reddit
Empfängerinnen und Empfänger mit einem Gespür für Cybersicherheit vermuteten dahinter einen Phishing-Versuch oder andere kriminelle Aktivitäten. Doch dem war nicht so: "Es handelt sich hierbei um einen Geschäftsbrief plus Beileger an unsere mitunter sehr langjährigen Firmenkunden", bestätigte die Bank gegenüber der Lokalzeitung und gegenüber dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel'.
Aus rechtlichen Gründen müssten die neuen AGB den Kunden zur Verfügung gestellt werden, rechtfertigt sich die Bank. Die Alternative wäre gewesen, "139 ausgedruckte Seiten zu versenden".
Problematisch ist die Aktion dennoch. Wenn jetzt bekannt werde, dass Banken neue Regeln per USB-Stick übermitteln, könne das ein Anlass für Betrüger werden, es ihnen gleichzutun, zitiert der 'Spiegel' einen Cybersicherheitsexperten. Zwar ist der Versand von USB-Sticks deutlich teurer als von Phishing-Mails, allerdings dürfte die Erfolgsquote ungleich höher sein.