Bericht enthüllt Mängel bei IT-Projekt des VBS

12. Januar 2023 um 15:57
  • politik & wirtschaft
  • vbs
  • e-government
  • verwaltung
image
Kampfflugzeuge F-35A. Foto: VBS/DDPS unter Lizenz CC BY-NC-ND

Die Beschaffung des Luftraum-Überwachungssystems kostet doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Grund dafür sind fehlendes Personal und schlechte Planung.

Fehlendes Personal, schlechte Planung und veränderte Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass die Beschaffung des neuen Luftraum-Über­wach­ungs­systems für die Luftwaffe aus dem Ruder lief. Zu diesem Schluss kommt ein externer Untersuchungsbericht. Massnahmen sollen folgen.

Projektkosten verdoppeln sich

Mitte November wurde bekannt, dass für Rechenzentren und für die Modernisierung der Luftraumüberwachung durch das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mehr Geld benötigt wird als ursprünglich geplant. Die Kosten stiegen demnach von 155 Millionen auf 314 Millionen Franken. Verteidigungsministerin Viola Amherd liess die Gründe für diesen Zusatzkredit von unabhängigen Wirtschaftsprüfern untersuchen.
Die Mehrkosten sind dem Bericht zufolge unter anderem auf Projekt­ver­zö­ger­ungen zurückzuführen, zu deren Ursachen nicht aufeinander abgestimmte Projekt- und Zeitpläne und nicht ausreichende personelle Ressourcen gehören. Die notwendigen personellen Ressourcen wurden mit externen Dienstleistern sichergestellt.

Konkrete Massnahmen bis im Frühling

Ausserdem seien Abhängigkeiten unterschätzt worden. So seien Mehrkosten für den Ausbau von VBS-Rechenzentren dazugekommen. Untersucht wurde ferner, ob der Umgang mit Risiken nachvollziehbar war. Hierzu stellt die externe Untersuchung fest, dass innerhalb der gesetzten Parameter verschiedene Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, evaluiert und beurteilt worden seien. Die geprüften Varianten seien nachvollziehbar beschrieben worden. Auch die rechnerische Herleitung der Zusatzkosten erscheine plausibel.
Gemäss einer Mitteilung des VBS hat Amherd die Armee und das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) nun beauftragt, Lehren aus dem Bericht zu ziehen und bis im kommenden Frühling konkrete Massnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Die nötigen Zusatzkredite sollen mit der Armeebotschaft 2023 vom Parlament bewilligt werden.
Die Armee überwacht den Schweizer Luftraum und führt dort auch Einsätze durch. Dabei ist sie laut VBS auf das Luftraum-Überwachungs- und -Einsatzleitsystem Skyview angewiesen. Dieses System muss modernisiert werden.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Keine US-Cloud für Schweizer Gesundheitsdaten

Das Bundesamt für Gesundheit will beim Aufbau des Schweizer Gesundheitsdatenraums offenbar auf US-Technologie verzichten. Dem Plan stehen rechtliche Vorgaben entgegen.

publiziert am 11.5.2026
imageAbo

Basels Datenschützerin will bei IT künftig früher konsultiert werden

In Basel-Stadt wurden SAP-, KI- und M365-Beschlüsse teilweise ohne Vorabkonsultation der Datenschutzbeauftragten gefällt. Sie hat aber erfolgreich auf Massnahmen hingewirkt.

publiziert am 11.5.2026
image

Luzern soll Gesetz für Digitalisierung erhalten

Der Kantonsrat unterstützt den Gegenvorschlag zur Volksinitiative "Digitalisierung jetzt!". Statt in der Verfassung soll das Prinzip "digital first" in einem Gesetz verankert werden.

publiziert am 11.5.2026
imageAbo

Zürich bekommt Strategie für digitale Souveränität

Der Zürcher Kantonsrat unterstützt die Forderung nach einer Strategie zur langfristigen Sicherung der digitalen Souveränität der kantonalen Verwaltung. Der Regierungsrat ist am Zug.

publiziert am 11.5.2026