Der Bundesrat ist mit der Sicherheit der Vernetzung der Bundesverwaltung insgesamt zufrieden. Wie er in einem Bericht als Antwort auf ein Postulat der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates schreibt, baue das Netzwerk auf bewährten, in der Industrie breit abgestützten und standardisierten Technologien auf. Für die Vernetzung im Homeoffice und von Bundesstandorten werde auf das Internet zurückgegriffen, was Risiken für die Sicherheit mit sich bringe.
Die Internetdienste seien grundsätzlichen Bedrohungen ausgesetzt, konstatiert der Bundesrat. Jedoch seien Massnahmen ergriffen worden, um Risiken zu begegnen. Allerdings helfe die Technik nicht immer, um Sicherheitsprobleme zu reduzieren. Es blieben Risiken, wie sie im Fall Xplain aufgetreten seien. Ihnen müsse mit organisatorischen Massnahmen begegnet werden.
Scion-Netz statt Internetverbindung
Im Postulat verlangte die Kommission, dass sich der Bundesrat speziell mit der Absicherung des Internetverkehrs durch die Scion-Technologie (Scalability, Control and Isolation On Next-Generation Networks) auseinandersetzt.
Der Bundesrat sieht in seiner Antwort durchaus Potenzial in der Technologie: Der Einsatz von Scion könne einen Mehrwert bieten, wo keine bundeseigenen Netze verfügbar sind und die Datenverbindungen über das Internet realisiert werden. Beispiele hierfür seien Standorte im Ausland, die heute über VPN-Leitungen erschlossen sind, oder das Homeoffice der Mitarbeitenden der Bundesverwaltung.
Beim Einsatz von Scion gäbe es jedoch mehrere Einschränkungen, so der Bundesrat. Auch wenn die Dienste von verschiedenen Providern bezogen werden könnten, bleibe eine Abhängigkeit von Anapaya als Betreiber und Technologie-Hersteller. Die aktuellen Lizenzmodelle der Provider würden einen Rollout zum Beispiel für das Homeoffice sehr teuer machen, erklärt der Bundesrat, und drückt die Erwartung aus, dass die Provider ihre Angebote attraktiver ausgestalten.
Defizite verortet der Bundesrat ausserdem bei der Unterstützung von Scion-Lösungen für die Kommunikation in Krisensituationen. Dafür würden stromausfallresiliente Kommunikationslösungen benötigt. Das Scion-Protokoll sei jedoch auf eine ganze Reihe an Systemen angewiesen, die aus heutiger Sicht nicht oder nur eingeschränkt resilient gegen Stromausfälle sind.
Der Bundesrat sieht sich nach eigenen Angaben derzeit ausserstande, eine abschliessende, belastbare Kosten-Nutzen-Analyse oder eine wirtschaftliche Gegenüberstellung der Technologien zu verfassen. Deshalb habe er die Bundeskanzlei beauftragt, die auf dem Markt verfügbaren Scion-Dienstleistungen weiterhin zu beobachten. Dazu sollen unter anderem während der nächsten zwei Jahren regelmässig Richtofferten von den Providern angefragt und innerhalb der Bundesverwaltung evaluiert werden.