ChatGPT und Co. sind enorm durstig

11. September 2023 um 13:45
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  • Künstliche Intelligenz
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Foto: Liselotte Brunner / Pixabay

Der Energieverbrauch von modernen KI-Systemen ist sehr hoch. Wie ein US-Forscher zeigt, könnte auch der Wasserverbrauch problematisch sein.

Wie Microsoft in seinem letzten Nachhaltigkeitsbericht geschrieben hat, ist sein globaler Wasserverbrauch 2022 im Vergleich zu 2021 um 34% auf rund 6,4 Milliarden Liter gestiegen. Der Wasserverbrauch der Google-Rechenzentren ist im gleichen Zeitraum um 20% auf sogar rund 25 Milliarden Liter gewachsen. Knapp 80% davon wäre trinkbares Wasser.
Viele Beobachter glauben, dass dies mit dem KI-Wettrüsten und dem zunehmenden Gebrauch von KI-Systemen zu tun hat. Diese brauchen nicht nur viel Energie, sondern auch viel Wasser, um die IT-Infrastruktur zu kühlen. Ein Forschungsteam der University of California hat versucht, den Wasserverbrauch von ChatGPT anhand von Daten aus Microsoft-Rechenzentren näher zu bestimmen. Dabei haben sie sowohl den Bedarf an Kühlwasser der RZs selbst als auch den Bedarf der Elektrizitätswerke, die die nötige Energie liefern, miteinbezogen.
Laut diesen Berechnungen braucht es einen halben Liter Wasser zur Bearbeitung von 5 bis 50 Prompts. Bei Milliarden und Abermilliarden von Prompts, die Nutzerinnen und Nutzer weltweit eingeben, kommen riesige Mengen an verbrauchtem Wasser zusammen.
5 bis 50 Prompts für einen halben Liter, das ist eine grosse Spanne. Wie einer der Forscher der 'Associated Press' erklärte, hängt der Wert unter anderem von der geografischen Lage eines RZs und dem dortigen Klima ab. Darüber hinaus dürfte es auch eine Rolle spielen, wie modern und energieeffizient ein RZ und das benutzte IT-Equipment ist. Mit dem technologischen Fortschritt dürfte der Verbrauch "pro Prompt" sinken. Das nützt aber unter dem Strich wenig, wenn der Gebrauch von KI-Systemen weiterhin global explosionsartig zunimmt. Ihr Wasser- und Energieverbrauch wird damit weiterhin stark wachsen.
Sowohl Google als auch Microsoft haben übrigens eingeräumt, dass sie den Wasserverbrauch von KI-Systemen als Problem erkannt haben. Einerseits versuchen sie, die Effizienz ihrer Systeme weiter zu verbessern. Gleichzeitig wollen sie ihren Wasserverbrauch durch Projekte kompensieren, in denen Drittunternehmen damit beauftragt werden, lokale Bevölkerungen mit Frischwasser zu versorgen. Laut Microsoft habe man so 2022 bereits mehr als das Doppelte des eigenen Wasserverbrauchs kompensiert. Bei Google sind es dagegen erst etwa 6% des Frischwasserverbrauchs. Google versucht zudem abzuwiegeln: Der Wasserverbrauch seiner Rechenzentren entspreche nur dem Verbrauch von 37 Golfplätzen im Südwesten der USA.
Details zu den Erkenntnissen der US-Forscher findet man in diesem wissenschaftlichen Papier (PDF).

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