SpaceX schafft Rekord-Börsengang

12. Juni 2026 um 09:37
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Foto: SpaceX

Die Weltraumfirma von Technologie-Unternehmer Elon Musk schafft den bisher grössten Börsengang der Geschichte. Die Geschäftszahlen stehen in starken Kontrast zum Börsenwert.

Die Weltraumfirma SpaceX schreibt mit einem Rekord-Börsengang Geschichte. Das unter anderem für seinen Satelliteninternet-Dienst Starlink bekannte Unternehmen verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar und nimmt damit 75 Milliarden Dollar ein. Beim zuvor grössten Börsengang hatte die saudi-arabische Ölfirma Aramco im Jahr 2019 gut 29 Milliarden Dollar eingenommen.
SpaceX debütiert damit an der Börse mit einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar. Das Unternehmen ist damit aus dem Stand mehr wert als beispielsweise der Facebook-Konzern Meta. Gründer Elon Musk wird mit dem Börsengang zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar – zumindest auf dem Papier, gemessen am Wert seiner SpaceX-Aktien und Anteile am ebenfalls von ihm geführten Elektroautobauer Tesla.

Milliardenverluste in SpaceX-Bilanz

Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in krassem Kontrast zum Börsenwert. Die Anlegerinnen und Anleger zahlen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge. So gab es im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Verluste von rund 4,94 Milliarden Dollar.
Im ersten Quartal dieses Jahres verbuchte SpaceX ein Minus von 4,28 Milliarden Dollar bei rund 4,7 Milliarden Dollar Umsatz. Ein Grund für die roten Zahlen sind die hohen Kosten für die Entwicklung der Starship-Rakete.
In Starship investierte SpaceX insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar. Die Firmenleitung geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge absolvieren kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken. Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, die Internet aus dem All direkt auf Smartphones nutzbar machen.

Bessere Zahlen dank Starlink

Der Satelliteninternet-Dienst Starlink ist der zentrale Geldbringer von SpaceX und machte im ersten Quartal 3,26 Milliarden Dollar Umsatz. Starlink hat eigenen Angaben zufolge inzwischen rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern.
In der Zukunft soll Künstliche Intelligenz das grösste Geschäft sein, auch durch Rechenzentren im All. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten, eine trotz der niedrigen Temperaturen im All schwierige Kühlung sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.

Musk hat das Sagen

Musk wird mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80% auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX behalten. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten.
Für frühe Geldgeber von SpaceX wird der Börsengang zu einem Geldregen. So hält die Investmentfirma Founders Fund von Musks langjährigem Weggefährten Peter Thiel laut dem Finanzdienst 'Bloomberg' einen Anteil von etwa 3%, der für rund 600 Millionen Dollar erworben worden sei. Die Beteiligung ist zum Ausgabepreis mehr als 50 Milliarden Dollar wert. Der Risikofinanzierer Sequoia Capital habe rund 2 Milliarden Dollar investiert und halte nun einen mehr als 20 Milliarden Dollar schweren Anteil.

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