Commvault setzt auf Cyberresilienz statt Prävention

12. Mai 2026 um 12:47
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Auf der diesjährigen Commvault Shift in Zürich war vor allem Cyberresilienz ein Fokusthema. Foto: inside-it.ch

Beim diesjährigen Commvault Shift in Zürich wurde deutlich, wie stark sich der Fokus der Cybersicherheit verschiebt: weg von reiner Prävention hin zu schneller Wiederherstellung im Ernstfall.

Zum Auftakt der diesjährigen Commvault Shift machte Nicolas Veltzé, Regional Sales Senior Director und General Manager Alps bei Commvault, die zentrale Stossrichtung des Events klar. Zum Einstieg zeigte er ein Formel-1-Beispiel eines Fahrers, der trotz Kontrollverlust eine 360-Grad-Drehung schafft und weiterfährt.
Die Botschaft: Resilienz entsteht nicht im Moment der Krise, sondern durch Training und Vorbereitung. Unternehmen müssten Cyberresilienz ähnlich verstehen – als Fähigkeit, unter Druck handlungsfähig zu bleiben und den Betrieb fortzuführen.

"Cyberangriffe sind keine Frage des Ob, sondern des Wann"

Richard Gadd, Senior Vice President EMEA bei Commvault, zeichnete ein deutliches Bild der aktuellen Bedrohungslage. Cyberkriminalität und KI seien die beiden Haupttreiber eines massiven Wandels in der Sicherheitslandschaft. "Es geht nicht um die Frage ob, sondern wann und wie oft", sagte Gadd mit Blick auf Ransomware-Angriffe. Entscheidend sei deshalb nicht nur Schutz, sondern vor allem die Fähigkeit zur schnellen Wiederherstellung geschäftskritischer Systeme.
Mit dem Konzept "Resilience Operations" (ResOps) beschrieb er einen kontinuierlichen Kreislauf aus Datentransparenz, Bedrohungserkennung und Automatisierung. Ziel sei es, nach einem Angriff so schnell wie möglich wieder in einen operativen Zustand zurückzukehren. "Resilienz bestimmt heute das Geschäft", so Gadd.
Im anschliessenden Interview betonte Rahul Pawar, CTO bei Commvault, dass Unternehmen selbst bei guter Sicherheitslage nicht davon ausgehen können, Angriffe vollständig zu verhindern: "Wir wissen, dass es zu Angriffen kommen wird, selbst wenn man alles richtig macht." Entscheidend sei daher die Fähigkeit, im Ernstfall schnell zu reagieren: "Jede Sekunde zählt!" Besonders kritisch seien dabei digitale Identitäten, die zunehmend zum zentralen Angriffspunkt werden.

Angriffe werden schneller

Wie drastisch sich die Bedrohungslage verändert hat, zeigte Daniel Rossgatterer, CEO von Secutec, in seiner Keynote auf. Die Geschwindigkeit moderner Angriffe habe sich in den letzten Jahren massiv erhöht: Während die durchschnittliche Zeit bis zur Ausnutzung einer Schwachstelle 2020 noch bei 1,3 Jahren lag, beträgt sie 2026 nur noch rund zehn Stunden.
Bei den schnellsten Angriffen erfolge der Datenabfluss bereits nach etwa 72 Minuten. Gleichzeitig würden rund 65% aller Initialzugriffe über kompromittierte Identitäten wie gestohlene Credentials oder Tokens erfolgen, erläuterte Rossgatterer. Auch Cloud-Umgebungen geraten zunehmend ins Visier: Der Anteil von Datendiebstahl aus der Cloud sei von 6% auf 23% gestiegen. Zudem wird Multi-Faktor-Authentifizierung laut Rossgatterer mittlerweile in etwa der Hälfte der Fälle umgangen.
Die zentrale Entwicklung: Angreifer agieren schneller, automatisierter und zunehmend KI-gestützt – oft deutlich schneller als klassische Verteidigungs- und Patch-Zyklen reagieren können. Security-Teams würden Angreifern besonders im KI-Einsatz nachstehen, so Rossgatterer.

Von Backup zu aktiver Cyberresilienz

Mit "Commvault Cloud Unity" stellte Christian Kubik, Director Sales Engineering bei Commvault, einen Ansatz vor, der klassische Backup-Strategien erweitert. Neben Datensicherung gehe es heute vor allem um die intelligente Bewertung von Daten, die Erkennung kompromittierter Systeme und die orchestrierte Wiederherstellung über Cloud- und On-Premises-Umgebungen hinweg.
Kubik beschrieb drei zentrale Säulen moderner Cyberresilienz: Data & AI Security, Identity Resilience und Cyber Recovery. Besonders durch generative KI entstünden neue Herausforderungen, etwa bei der Kontrolle von Datenzugriffen durch Large Language Models.
Im Ernstfall sei jedoch vor allem eines entscheidend: die Fähigkeit zur schnellen Wiederherstellung. Technologien könnten diesen Prozess unterstützen, entscheidend bleibe jedoch das regelmässige Üben. "Das Produkt alleine reicht nicht aus. Es ist nur so gut wie die Übung, mit der man es nutzt", so Kubik.

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