Die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange zählen zu den grössten Telco-Providern in Europa. Sie haben bei der EU-Kommission die Gründung einer technischen Plattform für digitale Werbung angeregt, für welche die Politik nun grünes Licht gab.
Primär geht es darum, dass sich Konsumentinnen und Konsumenten auf der angeblich DSGVO-konformen Plattform registrieren können und anschliessend passende Werbung von Marken und Verlagen erhalten. Die Betreiber versprechen, dass die Nutzerdaten nicht rückverfolgbar sein sollen und dass Nutzerinnen und Nutzer jederzeit ihre Zustimmung widerrufen können. Die vier jeweils mit 25% beteiligten Firmen wollen die Plattform jedem Netzbetreiber in Europa, also auch Salt, Sunrise und Swisscom, zur Verfügung stellen.
Die neue Plattform wird auf der TrustPid-Technologie basieren. Diese ermöglicht offenbar die datenschutzorientierte Umsetzung mit "pseudonymisierten Token", welche mit einer ID, beispielsweise SIM-Kartennummer oder Telefonnummer, verknüpft werden können.
Es könnte um die Nachfolge-Technologie für das Cookie gehen
Mit der Plattform steigen die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange mit Meta und Alphabet, den Müttern von Google und Facebook sowie Instagram, in den Ring. Es geht darum, auch ein Stück vom Werbekuchen abzubekommen – und je nach Erfolg – auch eine mögliche Nachfolgetechnologie für die Werbecookies zu präsentieren.
Bevor die EU-Kommission den Plänen zustimmte, äusserten europäische Konsumentenschützer Bedenken. Sie mahnten, dass die Kraft und die grosse Reichweite des neuen Joint-Ventures nicht andere Anbieter von datenschutzfreundlichen Lösungen behindern dürften. Ausserdem sei unklar, wie die Daten rechtmässig erhoben werden, und bei Tests von TrustPid seien auch Probleme aufgetreten.