Die Europäische Union lanciert Test-Zentren für KI-Applikationen und -Services. Die "Crash-Test-Zentren" sollen dazu dienen, die Sicherheit von Systemen zu überprüfen und deren potenzielle Risiken zu identifizieren.
Laut den Angaben werden die "Testing and Experimentation Facilities" (TEFs) von der Kommission, von Mitgliedstaaten sowie über 100 Partnern kofinanziert. Insgesamt stehen 220 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, vertrauenswürdige KI effizienter auf den Markt zu bringen.
Bei den TEFs soll es sich um spezialisierte, gross angelegte Referenzeinrichtungen handeln, die unabhängig fungieren und allen Techanbietern in Europa offenstehen. Sie richten sich an Unternehmen, die KI-Lösungen auf den Markt bringen wollen, aber auch an Politikerinnen und weitere Entscheidungsträger.
Am heutigen 27. Juni findet
gemäss einem 'Bloomberg'-Bericht ein offizieller Launch-Event statt (Paywall). Interessierten sollen die TEFs spätestens Anfang 2024 zur Verfügung stehen, wobei erste Services schon in den kommenden Monaten lanciert werden sollen.
4 Themenbereiche im Fokus
Derzeit sind die TEFs in 4 Bereiche unterteilt, die unterschiedliche Themen abdecken:
- Das "AgrifoodTEF" befasst sich mit dem Agrarsektor und der Lebensmittelproduktion. Dies reicht von der Erprobung eines Robotertraktors bis hin zur KI in der Fruchtfolgesoftware. Koordiniert wird das Projekt vom Forschungszentrum Fondazione Bruno Kessler.
- Das "TEF Health" dreht sich um den Gesundheitsbereich, etwa um die Frage, wie Machine Learning in der medizinischen Bildgebung und Diagnostik zum Einsatz kommen kann. Die Koordination liegt bei der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
- Das "TEF AI-Matters" testet Technologien in der Fertigung, von Robotern in der Kunststoffverarbeitung bis hin zu Drohnen in industriellen Lagerhäusern. Geleitet wird es vom Forschungsinstitut CEA-List.
- Beim "CitCom.ai TEF" soll es um Themen gehen, die für Städte relevant sind, etwa Energie und Mobilität. Es soll sich in diesem Kontext mit Bereichen befassen, in denen AI und Roboter auf Menschen treffen, etwa wenn autonome Fahrzeuge ins Spiel kommen. Es steht unter der Leitung der Technischen Universität von Dänemark.
Die vier Zentren werden über die nächsten 5 Jahre mit 40 bis 60 Millionen Euro finanziert. Die EU-Kommission geht davon aus, dass sie langfristig finanziell unabhängig sein werden.