Cyberangriff trifft Bosshard-Farben

3. April 2025 um 09:11
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Bosshard-Verkaufsstelle in Bern. Foto: zVg

Systeme des Zürcher Farb- und Lackproduzenten wurden verschlüsselt. Zum Angriff hat sich die Ransomware-Bande Cloak bekannt.

Das Unternehmen Bosshard-Farben mit Hauptsitz in Rümlang (ZH) wurde am 26. März Opfer eines Cyberangriffs. Dabei wurden Zugänge zu Servern und Daten verschlüsselt, heisst es in einer Mitteilung auf der Website. Bosshard beschäftigt über 200 Mitarbeitende und verfügt über 16 Verkaufsstellen für seine Farb-, Lack- und Lasur-Produkte in der ganzen Schweiz.
"Ab diesem Zeitpunkt konnten wir unsere Kunden leider nur stark reduziert bedienen. Verbundene Systeme mit Aussenstehenden waren zu keinem Zeitpunkt betroffen", schreibt das Unternehmen. Zusammen mit IT-Spezialisten habe man "umgehend die Eingrenzung des Ausmasses und Behebung des Schadens aufgenommen". Seit dem 1. April laufe der Betrieb auf einer vollständig neu aufgesetzten Plattform wieder an.
Bosshard-Farben hat den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffent­lich­keits­beauftragten (Edöb) und das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) über den Angriff informiert und hinzugezogen. Ausserdem wurde er der Kantonspolizei Zürich gemeldet und Strafanzeige erstattet. "Bosshard-Farben wird auf keinerlei Forderungen der Täterschaft eingehen. Dieses Vorgehen wird von der Polizei unterstützt", betont das Unternehmen.
Mit einem ersten Ultimatum hatte sich am 28. März die Ransomware-Bande Cloak zum Angriff bekannt. Nachdem dieses abgelaufen war, wurden am 3. April erbeutete Dokumente des Unternehmens ins Darknet gestellt.
Die Bande Cloak hat sich zwischen Ende 2022 und Mitte 2023 formiert. Seither hat sie sich laut der Monitoring-Site Ransomware.live zu 134 Angriffen weltweit bekannt. Bosshard-Farben ist nach dieser Statistik das erste Opfer in der Schweiz, welches die Cyberkriminellen publiziert haben.


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