Datenabfluss bei Genfer Erwachsenenbildung weitet sich aus

24. Juli 2026 um 10:30
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Foto: Jordan González / Unsplash+

Die Ransomware-Bande Dragonforce hat das gestohlene Datenpaket von Ifage publiziert. Auch Daten zu Studierenden befinden sich darin.

Die bei einem Cyberangriff auf die Genfer Stiftung für Erwachsenenbildung (Ifage) abgeflossenen Daten scheinen mehr Personen zu betreffen als bisher angenommen. Nachdem Ifage-Angestellte im Mai über einen Angriff am 13. April informiert hatte, sprach das Bildungsinstitut vor allem davon, dass sensible Daten von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden gestohlen wurden. Die Lehrsysteme und Daten der Studierenden seien nicht betroffen gewesen.
Am 14. Juli bekannte sich die Ransomware-Bande Dragonforce zu dem Angriff und stellte Ifage ein letztes Ultimatum. Nach dessen Ablauf veröffentlichten die Cyberkriminellen einen Datensatz in der behaupteten Grösse von 850 Gigabyte im Darkweb.

Ausweise und Prüfungsergebnisse

Die Zeitung 'Le Temps' (Paywall) hat in Zusammenarbeit mit einem externen Security-Experten einen Teil dieser Daten analysiert. "Fotos von Ausweisdokumenten, Namen, E-Mail-Adressen, Postanschriften, Telefonnummern, Anmeldeformulare und Protokolle über das Bestehen oder Nichtbestehen einer Prüfung" würden sich darunter befinden, berichtet 'Le Temps'. Es könnten Tausende von Dokumenten sein, die sich über Jahre erstrecken und bis ins Jahr 2026 reichen.
Darunter würden sich – im Gegensatz zu den bisherigen Angaben – auch Daten zu Schülerinnen und Schülern befinden. "Diese Dateien, in die wir teilweise Einblick nehmen konnten, betreffen insbesondere Studierende, die für den Abschluss als Café-, Restaurant- und Hotelbetreiber oder für Prüfungen zum Berufschauffeur angemeldet waren", so die Zeitung.

Ifage will Datenabfluss untersuchen

Ebenfalls durch Dragonforce veröffentlicht worden seien die Namen zahlreicher Unternehmen, deren Mitarbeitende an Schulungen von Ifage teilgenommen haben, sowie Art und Dauer der Schulung, die Kosten der Ausbildung, die zuständigen Lehrpersonen und mehr. Weiter auch Dokumente zu Prüfungen, die im Auftrag von Genfer Behörden durchgeführt wurden.
Auf Anfrage zu diesem offenbar umfangreichen Datenabfluss antwortete Ifage gegenüber 'Le Temps', dass Spezialisten derzeit mögliche neue Sachverhalte analysieren würden. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Untersuchungen werde anschliessend eine entsprechende Mitteilung veröffentlicht. Die Stiftung hatte bis dahin erklärt, dass keine Systeme verschlüsselt wurden und auch keine Lösegeldforderung durch die Cyberkriminellen gestellt wurde. Auf eine solche würde man auch nicht eingehen. Der Vorfall sei dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten gemeldet und Strafanzeige erstattet worden.

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