Software so löchrig wie noch nie

22. Juli 2026 um 14:41
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Illustration: Alex Shuper / Unsplash+

Die Zahl neu veröffentlichter Schwachstellen ist im ersten Halbjahr 2026 um 51% gestiegen, zeigt eine Analyse von Forescout.

Die Zahl öffentlich gemeldeter Schwachstellen ist im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51% gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Threat Review Report von Forescouts Forschungsteam Vedere Labs hervor. Insgesamt wurden 37'137 neue Schwachstellen erfasst, mehr als die Hälfte davon wurden als hoch oder kritisch eingestuft.
Parallel dazu nahm die Zahl gemeldeter Ransomware-Angriffe um 25% auf 4544 Vorfälle zu. Laut Bericht waren in den ersten sechs Monaten des Jahres weltweit 103 Ransomware-Gruppen aktiv, ein Anstieg von 16%.

KI beschleunigt Angriffe

Forescout sieht in der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz einen wichtigen Faktor für die Entwicklung der Bedrohungslage. Forschungschef Daniel dos Santos erläutert: "Bei der Analyse von Angriffsmustern und Aktivitäten von Bedrohungsakteuren sehen wir, dass KI ihnen dabei hilft, Schwachstellen schneller zu identifizieren und auszunutzen, als Sicherheitsteams diese realistisch beheben können."
Der Bericht nennt zudem Angriffe auf Software-Lieferketten als wachsende Herausforderung. Angreifer versuchen dabei, über kompromittierte Software oder Dienstleister Zugang zu Zielorganisationen zu erhalten.
Die Analyse zeigt auch, dass bekannte Sicherheitslücken weiterhin häufig ausgenutzt werden. 46% der neu in den KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) der US-Cybersicherheitsbehörde CISA aufgenommenen Einträge betrafen Schwachstellen, die bereits vor 2026 veröffentlicht worden waren.

IoT- und OT-Geräte im Fokus

Neben klassischen IT-Systemen geraten laut Forescout zunehmend spezialisierte Geräte ins Visier von Angreifern. Dazu zählen unter anderem industrielle Steuerungen (OT), IoT-Geräte, medizinische Systeme (IoMT), Router und Firewalls. Solche Systeme würden in vielen Organisationen weniger umfassend überwacht als herkömmliche Endgeräte. Dadurch könnten sie Angreifern Einstiegspunkte in Netzwerke bieten.
Aus Sicht von Forescout bleibt die Kontrolle sämtlicher vernetzten Systeme eine zentrale Voraussetzung für die Abwehr von Angriffen. CEO Barry Mainz sagt: "Viele Unternehmen haben noch immer erhebliche blinde Flecken bei nicht verwalteten Assets sowie IoT-, OT- und IoMT-Geräten. Sicherheitsverantwortliche sollten daher diese Geräte identifizieren und bewerten sowie Segmentierung und automatisierte Kontrollen einsetzen, um laterale Bewegungen im Netzwerk einzudämmen, den potenziellen Schaden zu begrenzen und zu verhindern, dass sich eine einzelne Kompromittierung auf kritischere Systeme ausbreitet."

Geopolitische Konflikte prägen Bedrohungslage

Der Bericht verweist zudem auf die Rolle staatlich unterstützter Gruppen und politisch motivierter Angriffe. Akteure mit Verbindungen zu China, Russland und dem Iran machten zusammen 32% der Gruppen aus, bei denen Forescout im ersten Halbjahr wesentliche Aktivitäten beobachtete.
Auch Hacktivismus nahm laut Analyse zu: Die Forschenden registrierten mehr als 5700 Angriffsmeldungen aus 98 Telegram-Kanälen, die sich unter anderem gegen Organisationen in Israel, den USA, der Ukraine, Indonesien und dem Iran richteten.

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